Schockerberg 1998

„Schwarzer“ Stadtchef & Venedig-Trip

Auf dem JU-„Schockerberg“ mussten sich Politiker aller Richtungen derblecken lassen.

(gch) – 120 Augenpaare waren auf Thomas Henneke gerichtet, als dieser am vergangen Samstag Abend im Ballenhaus das Starkbierfaß anzapfte. Nach sechs Schlägen überreichte der Ortsvorsitzende der Jungen Union die erste Maß an zweiten Bürgermeister Paul Huber und eröffnete damit das politische „Derblecken“ in der Lechstadt. Ausgeteilt wurde in alle Richtungen. Von Bundes- bis Kommunalpolitik und vom Bundeskanzler bis hin zum Stadtrat war niemand sicher.

Den Beginn machte „Bruder Barnabas“ (Luitpold Braun jun.). Der Kanzlerkandidat der SPD, Gerhard Schröder, müsse sich wohl an Bürgermeister Dr. Friedrich Zeller orientiert haben. „Beide haben ohne Wahlprogramm gewonnen“. Und Helmut Kohle werde sich an Helmut Schmidbauer orientieren müssen: „Der hat am Wahltag Brez´n verteilt und dennoch verloren“.

In Anlehnung an die Fuchstalbahn böte sich ein Bahnhof am Krankenhaus an. „Wichtiger als die Auslastung ist, dass es dem Forster Heini im Ruhestand nicht langweilig wird“, so „Bruder Barnabas“, und weiter: „Um die Parkautomaten und deren Kompatibilität zu Geldkarten wird sich Helmut Schmidbauer kümmern“.

Josephus und Franziskus (Joseph Ressle jun. und Franz Andergassen) blickten vom Starkbierhimmel auf das irdische Geschehen und machten Dr. Friedrich Zeller als „Schwarzen Bürgermeister“ aus. „Will er mit seinen schwarzen Klamotten bei der CSU anbandeln?“, so die Mutmaßung, „denn die SPD lässt ihn oft genug im Stich“.

Die Schilder im Kreisverkehr vor der Kaserne in Altenstadt müssen wohl herumgedreht werden: „Rechts-Fahr-Verbot“ – „Wo man singt, da lass Dich nieder, und diese Lieder sind mir zuwider“, dichteten die Engel in (böser) Erinnerung an rechtsradikale Auswüchse in der Bundeswehr. Ein Biomassekraftwerk, das nicht nach Schongau kommt, will Dr. Zeller trotzdem genehmigen. So llte es doch kommen, hier ein Vorschlag von Josephus und Franziskus: „Wärmeableitung in den Stausee – schon hätte Schongau ein Thermalbad!“

„Altstadt ist ein Schlummerland“ – in Anlehnung an Jim Knopf´s Lied dichtete die Junge Union einen neuen Text zu bekannten Melodien. Die sieben Männer befürchten eine Verödung der Altstadt. Hoerbiger habe man an Altenstadt verloren, „ohne Steuer ist es a Plag“. Auf neun schwarze Stadträte würde niemand mehr hören, und die sieben roten überraschen immer wieder mit Abstimmungsergebnissen.

Der bissig-ironische Auftritt von Manfred Haslinger war die Krönung vom musikalisch durch die kleine Stadtkapelle Schongau umrahmten „Schockerberg“. Mit fast allen Stadträten unternahm Haslinger einen fiktiven Ausflug nach Venedig, aus Kostengründen alles in Einzelfahrt. Dr. Zeller fuhr mit dem Roller, Sozius war ein Reporter der Heimatzeitung („Alle paar Kilometer mit Fotos die Reise dokumentieren“). Die UWV bevorzugte dass Fahrrad, die CSU wurde in einen Lkw gehievt. „Kultur pur“, so das Motto der „Schongauer in Venedig“.

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