Schockerberg 2003

CSU schenkt beim Starkbierfest kräftig ein

Mehr als 200 Gäste im Schongauer Jakob-Pfeiffer-Haus / SPD und die eigene Partei werden aufs Korn genommen

Schongau – Gepfefferte kommunal- und bundespolitische Rundumschläge gab die Schongauer CSU am Samstag auf ihrem traditionellen „Schockerberg“-Starkbierfest zum Besten. Mehr als 200 Leute im Jakob-Pfeiffer-Haus hatten ihre helle Freude an dem beliebten Politiker-Derblecken, die Karten waren im Nu ausverkauft gewesen. Die CSU hatte für die Besucher, die mit Schweinshaxen, Krustenbraten und jeder Menge dunklem Gerstensaft versorgt wurden, ein mehrstündiges Programm auf die Beine gestellt.

Es war an Bruder Barnabas alias Luitpold Braun jun., das Gewissen der Zuhörer mit einer Fastenpredigt zu schärfen. Nach der Schröderschen Regierungserklärung sei eindeutig ein Ruck im Lande zu erkennen gewesen, spöttelte er: „Jetzt packt er an, jetzt haut er rein, jetzt ist die Krise gleich vorbei“, reimte er und nahm einen kräftigen Schluck mit den Worten: „Mit einem Wort, es ist ein Graus, deswegen trinken wir unsere Seidel aus“. Auch die eigenen Reihen wurden nicht geschont: der Stoiber habe sich vor den Wahlen das allzu Krachige weg trainiert, um im ganzen Land punkten zu können, so Barnabas. Bei der „Fun- und Radau“ Partei FDP habe dagegen Jürgen „Dabbelju“ Möllemann die Inhalte gesetzt.

Stadträtin Marianne Porsche-Rohrer schlüpfte in ein Zauberlehrlingskostüm und nahm sich das Schwimmbad „Plantsch“ und Bürgermeister Friedrich Zeller vor: Mit dem Spruch „Walle, walle, dass zum Zwecke Gelder fließen“ versuchte sie den Beistand höherer Mächte zu gewinnen. „Und die Moral von der Geschicht‘ als Lehrling bau‘ kein Schwimmbad nicht“, resümierte Porsche-Rohrer.

Schongaus finanzielle Malaise wurde ebenfalls auf die Schippe genommen. Luitpold Braun jun., viel beschäftigter Derblecker im Jakob-Pfeiffer-Haus, fuhr mit einem Kinderroller und rotem Baseballkäppi als Friedrich Zeller über die Bühne und klagte über sein Schicksal. Häuser seien verhökert und Grundstücke durchgebracht worden. „Und dann kommen auch noch die Finnen und kaufen die Fabrik.“ Ein Ausweg scheint jedoch in Sicht: „Dann geh´ ich eben betteln und lauf´ von Tür zu Tür“.

Mit den Schongauer Stadtmusikanten, die ihre Dienste als „Stadtsparstrumpstopfer“ anboten, hielt der große Katzenjammer Einzug. Seitenhiebe auf die finanzielle Not der Nachbargemeinde Peiting, („Da fehlt nur noch das L im Namen“), durften nicht fehlen.

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