Kategorie: Schockerberg

Schockerbock 2018 – ein Erlebnis

Schockerbock 2018 – ein Erlebnis

Der Schockerberg wirft seine Schatten voraus. Ein dunkler, aber süffiger Schatten ist der Schockerbock 2018.

 Dieser wurde wieder vom Schongauer Braumeister Markus Langer in der Holzhauser Brauerei eingebraut. Dabei handelt es sich um eine Privatbrauerei nahe Landsberg. Der Bock weist eine Stammwürze von 17 % auf, der Alkoholgehalt liegt bei etwa 7,2 Volumenprozent. Die dunkle Farbe des Schockerbockes kommt vom gerösteten Malz.
21. Schockerberg Bierprobe
21. Schockerberg Bierprobe
Bei der Bierprobe wurde das erste Fass angezapft und das dunkle Bier schäumte in den Krügen.
“Ein hervorragender Bock”
lautete das einhellige Urteil der Biertester der CSU. Der Schockerberg (9., 10. und 11.März 18) kann kommen. Der Kartenvorverkauf ist bereits angelaufen. Schnell waren die Plätze für Freitag und Samstag ausgebucht. Der Restkartenverkauf für den Sonntag und die Kartenabholung finden am 17.2.2018 von 14.00 bis 15.00 Uhr im neuen Fraktionsbüro in der Bücherei (Blumenstraßen, Vorraum, 1. Stock) statt.
Sollten noch Karten übrig sein, werden diese danach bei Möbelerlebnis Bommersbach, Schwabbrucker Straße 8 verkauft.
( Mo. – Do. 8 – 17.00 Uhr, Fr. 8 – 12.30 Uhr und Samstag 9.-12.00 Uhr).
Regisseur beim Schockerberg Luitpold Braun

Regisseur beim Schockerberg Luitpold Braun

Mit seinen herrlich überdrehten Auftritten ist Luitpold Braun meist der heimliche Star bei den Singspielen am Schongauer Schockerberg, dem traditionellen Starkbieranstich der CSU. Doch das ist nur die Kür – als Regisseur beginnt für ihn die Arbeit bereits Monate vorher.

 

Fixpunkt vor und hinter den Kulissen

Wenn andere nach den Weihnachtsfeiertagen daheim gemütlich die Füße hochlegen, ausspannen und ihren Urlaub genießen, sperrt sich Luitpold Braun ein – und schreibt. „Ich habe vier Tage lang tatsächlich fast nichts anderes gemacht“, sagt der 47-Jährige, der eifrig am neuen Singspiel für den Schockerberg gebastelt hat. Da überlegt er sich unter anderem die Musik und die Rollenverteilung, wer welchen Part spielen kann. Bereits vor zwei Wochen begannen die größeren Proben für das Stück, das am zweiten März-Wochenende aufgeführt wird.

Wenn Braun zurückdenkt an die Anfänge des Schockerbergs in der Märchenwald-Gaststätte und danach im Ballenhaus, muss er schmunzeln. „Das waren kleine Auftritte von der JU, wir haben ein bisschen Theater gespielt und viel improvisiert. Das erste Stück, dass man ansatzweise als Singspiel bezeichnen kann, war 2002 nach dem Umzug ins Jakob-Pfeiffer-Haus.“ Da konnte man auch mit Kulissen mehr anfangen, die habe es vorher kaum gegeben. Braun erinnert sich, wie sie sich im Jahr darauf ein monumentales Schongau-Bild von der Faschingsgesellschaft ausgeliehen und mangels Aufhängung drei Männer verdonnert haben, es die ganze Aufführung an Eisenstangen hochzuhalten. „Während ich vorne als Friedrich Zeller mit einem roten Tretroller herumgefahren bin, sind deren Köpfe immer mehr rot angelaufen“, erinnert sich Braun schmunzelnd. „Wahnsinn, wie lange das schon her ist.“

In der Folge wurden die Stücke immer größer, länger und aufwändiger. Braun, der damals auch noch den Fastenprediger gab, rutschte irgendwie in die Rolle des Regisseurs hinein. „Ich hatte so etwas zuvor noch nie gemacht“, sagt er. Fast wie beim großen Bruder, dem Nockherberg, wurde das Singspiel im Gegensatz zur Fastenpredigt immer wichtiger und auch besser. Jetzt gibt es immer vier bis fünf Szenen sowie ein festes Motto, die Kulissen werden gewechselt, es gibt mehr Gesang – das alles braucht natürlich einen Vorlauf.

„Eigentlich geht es schon im Oktober langsam los. Da setzen wir uns zusammen und überlegen, was wir machen könnten, den grundsätzlichen Plot“, sagt Braun. Danach fange er das Schreiben an, unterstützt vor allem von Michael Eberle, der viele Ideen beisteuert und am Drehbuch mitwirkt. Braun erinnert sich noch gut an seine Zeit im Stadtrat, da saß er neben Eberle, und wenn ihnen in den oft hitzigen Diskussion zwischen den Stadträten ein Geistesblitz gekommen ist, war klar: „Das verwenden wir für das Stück, das schreiben wir auf.“

So taste man sich langsam vor, verwerfe auch wieder manches, bei dem man in der Sackgasse landet. Auch der politische Rahmen muss stimmen, weshalb Braun vergangenen Sonntag genau hingehört hat, ob die SPD sich für Koalitionsverhandlungen mit der Union ausspricht – auch wenn der Inhalt des Singspiels natürlich nicht verraten wird, ist klar, dass die chaotische Regierungsfindung eine Rolle spielt. „Manchmal mussten wir zwei Tage vor der Aufführung noch etwas umschreiben, weil es nicht mehr gepasst hätte“, so Braun.

Zum Glück hat Braun einen soliden Schauspielerstamm zur Verfügung, den er für die benötigten Rollen einteilen kann. Manchmal schreibt er sich eine Rolle auch selbst auf den Leib, gibt er zu. Wie vor zwei Jahren der sensationelle Auftritt als Ilogut (Ilona Böse). „Das wollte ich tatsächlich auch. Aber vergangenes Jahr war es ganz anders, da musste ich den James Bond spielen, was eigentlich nicht geplant war.“

Wie jeder Regisseur ist auch Braun immer wieder überrascht, dass Gags, bei denen man sich in der Probe noch schlappgelacht hat, vor Publikum nicht zünden, andere dafür schon, mit denen man nie gerechnet hätte. „Das macht es spannend, vor allem, weil es am nächsten Abend schon wieder anders sein kann.“ Kleine Pannen, die es immer gibt wie umgekippte Kulissen oder Texthänger, machen ihm nichts aus. „Das ist eher witzig und gehört dazu. Die Besucher sollen schließlich eine Gaudi haben. Und wir auch.“

CSU-Ortsverband sagt Danke

CSU-Ortsverband sagt Danke

Ehrungen im Ortsverband 2017

Für 15 Jahre Mitgliedschaft in der CSU wurde Fritz Lutzenberger geehrt. Seit 20 Jahren halten Gertraud Schuh, Luitpold Braun und Robert Stöhr der CSU die Treue. Ortsvorsitzender Dr. Olivier Kellermann dankte im Namen des Ortsverbandes für das Engagement.

CSU-Ortsverband sagt Danke an Luitpold Braun und Peter Bommersbach

Luitpold Braun und Peter Bommersbach erhielten im Anschluss noch Geschenke für ihren besonderen Einsatz beim Schockerberg. Sie zeichnen für die Kulissen des Singspiels, die Ausstattung, die Regie und die Tontechnik verantwortlich und stecken seit Jahren viel Zeit und Mühe besonders in die Singspiele.

Schockerberg 2017

Schockerberg 2017

Schockerberg versöhnt die ganze Welt

Gute Einzeldarbietungen zum Warmwerden, das Singspiel als Höhepunkt und zum Rausschmiss die dreisten Sprüche der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle: Das bewährte Muster des Schongauer Schockerbergs hat wieder bestens funktioniert. Eine Überraschung war der Moderator.

Dr. Oliver Kellermann hielt die Begrüßung kurz: „Einen schönen Abend und trinkt das Bier leer“, das waren die zentralen Begrüßungsworte des CSU-Ortsvorsitzenden. Auch das Anzapfen übernahm er souverän mit einem Schlag – und stürzte Nick Lisson in Verzweiflung: „Das war’s schon?“, klagte er. Lisson, bekannt von Antenne Bayern, gleichzeitig Kreischef der Jungen Union, hatte die Moderation an allen drei Aufführungstagen übernommen und freute sich „wahnsinnig“ auf seinen ersten Schockerberg.

Der begann mit der Fastenpredigt von Bruder Okulus alias Robert Kassebaum. Nach der überzeugenden Premiere im Vorjahr war es etwas zäher, er brauchte, um auf Touren zu kommen. Doch die Schongauer Themen saßen: Ob beim helleren Licht am Bahnhof („Ein Grablicht ist besser als keins“) oder mit Spitzen auf Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt oder ALS-Stadträtin Bettina Buresch. die gerne und lang reden. Manchmal war Okulus derb, aber immer im Rahmen. Das Beste kam zum Schluss: Mit dem Blick in die Zukunft löste er Lachsalven aus. Etwa wegen der Prophezeiungen, dass im September 2025 Ministerpräsident Friedrich Zeller ankündigt, Bundeskanzler zu werden oder im Mai 2026 der neue Schongau Bürgermeister Rene Repper beschließe, die Fußgängerzone auf die ganze Altstadt auszuweiten.

Markus Wühr mit vogelwildem Auftritt

Nach einer pause, überbrückt vonder Schongauer Stadtkapelle, gab Marianne Porsche-Rohrer anschließend den Maler Cobi Reiser, dessen Bilder vergangenes Jahr für viel Aufsehen gesorgt hatten. Wie immer gereimt und auswendig, verpackte sie Kritik geschickt und hintersinnig. „Ich malte auch noch für andere Schulen, doch nur in Schongau begann man um mich zu buhlen“, war eine Anspielung auf Rettungs-Initiatorien Irmgard Schreiber-Buhl. Fußgängerzone, Bike-Park, Sauna-Erweiterung, dazu Spitzen auf die Dialekte von Bürgermeister Sluyterman und Krankenhaus-Chef Lippmann – Porsche-Rohrer arbeitete viel ab.

Vogelwild war erneut der Auftritt von Markus Wühr alias Luigi aus Alto Adige mit seinem überdimensionalen Gebiss. Seine absurden Berichte über Krankenhaus-Aufenthalte, Vegetarier („beim Tofu-Metzger hängen hinten geräucherte Karotten statt Schinken“), die Liebe zu Jennifer Lopez oder seinen Berufwunsch Pilot sorgten für viel Gelächter.

Im Singspiel waren schon die ersten Szenen genial. Wie Luitpold Braun als Geheimagent „007 Horst Seehofer“ mit Julia Eberle als „Moneypenny Ilse Aigner“ flirtet, war James Bond pur. Danach das Kanzlerbüro mit Anna Eberle als „M Angela Merkel“ vor einem Plakat von sich selbst in Krisensitzung mit Michael Reith („008 Alexander Dobrindt“), Thomas Henneke („08/15 Markus Söder“) und Seehofer. Sie versuchen verzweifelt, die Wiederwahl im September gegen SPD-Konkurrent Martin Schulz zu sichern. Doch die Ideen („Ihn im See versenken“, „Selbstmord-Attentat“) lehnt Merkel ab.

Die Rettung ist Michael Eberle („Q“) mit seinem DCPEVP-Gefährt, quasi einer mit Starkbier angetriebenen Zeitmaschine. Die nutzt die Merkel-Truppe, um direkt in die Gemächer „erfolgreicher“ Herrscher zu reisen. Also überraschen sie Donald Trump (Robert Stöhr) im mit US-Fahnen dekorierten Himmelbett mit Ehefrau Melania (Johanna Stöhr). Doch dessen Tipps (Trump: „Baut eine Mauer, irgendwo.“ Merkel: „Das hatten wir schon.“ Trump: „Dann versuch’ was mit Rassismus, das geht immer.“ Seehofer. „Das geht auch nicht, die Asylbewerber hat sie selber eingeladen.“) überzeugen Merkel nicht wirklich. Nach dem Lied „Oh, Trump Donald, make us great again“ nach der Melodie von „Oh Susanna“ geht’s weiter in die Türkei, zu Recep Erdogan.

Putin und Erdogan können auch nicht helfen

Den gibt Kassebaum als genialen Proleten-Türken mit „voll krass“-Attitüde: „Was will die alte Frau hier? Ohne Kopftuch, ich glaub’ ich spinn’“, schimpft er über Merkel. Doch weil auch dessen Tipps, am besten alle ins Gefängnis zu werfen, nicht helfen, reist die deutsche Fraktion nach Russland zu Wladimir Putin, hervorragend gespielt von Max Bertl. Nachdem er einen Bär (Benni Keltsch) per Hand erlegt hat, füllt er die Deutschen erst einmal mit Wodka ab und bietet an, Soldaten und Panzer zu schicken. Dobrindt würde sich schon über Manipulationen der russischen IT-Experten freuen. Doch die Forderung, im Gegenzug müsse Russland das nächste Fußball-WM-Finale 3:0 gegen Deutschland gewinnen, folgt zur nächsten Abreise.

Nach der Rückkehr mit Kater im Kanzleramt, folgt schließlich das große Finale – und der Putsch: Zur Musik von „Kriminaltango“ wird zuerst die Kanzlerin um die Ecke gebracht, dann alle anderen – bis zum Schluss überraschenderweise nur Moneypenny übrig bleibt. Doch: „Was mache ich so ganz allein?“, sagte sie. Deshalb erwachen alle wieder, auch Trump, Putin und Erdogan sind da, und sie plädieren für Zusammenhalt: „In einer Welt, wo es zischt und kracht, sind wir nur gemeinsam eine Macht“, lautet das Schlusslied – die Schongauer CSU als große Welt-Versöhner. Auch wenn das Ende etwas kitschig ist, war das Singspiel wieder ganz großes Kino.

Als weiterer Auftritt kann man danach eigentlich nur verlieren. Doch der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle gelang es, das Publikum auch nach mehr als vier Stunden noch zu fesseln – schon allein mit ihrem Start: Sie marschierten mit orientalischer Musik und türkischen Fähnchen ein, Frontmann Jürgen Fischer plärrte von der Bühne türkisches Kauderwelsch – bis er feststellte: „Sind wir nicht bei der Veranstaltung des türkischen Verkehrsministers? Volle Themaverfehlung.“

Dieser brillanten Parodie auf den deutsch-türkischen Streit um Wahlkampfauftritt folgt ein Gag-Feuerwerk. Traditionell wurden die Schongauer beschimpft, zum Brüllen komisch war Fischers „Schonglisch“-Übersetzung. Da wurde aus Sluyterman der „Burger-King“, sein Friseur zum „Helmut Hungry“, Oliver Kellermann zum „Mr. Underground“ und Marianne Porsche-Rohrer zur „Carrera-Mary“. Er lederte wiederholt übers Schongauer Brauhaus und den dortigen Starkbieranstich ab. Fischer bot sich als neue Attraktion für den Historischen Markt an, „zum halben Preis“ – sprach’s, setzte sich einen Wikinger-Helm auf und machte Furunkulus nach. Als Zugabe gab’s einen Sportbericht vom Bike-Park, bei dem unter anderem Michael Eberle („Lebensmotto: Leibgericht statt Amtsgericht“) auf die Schippe genommen wurde. Danach war’s aus – und jeder freut schon aufs nächste Jahr.

Schockerbock 2017 – dunkel und süffig.

Schockerbock 2017 – dunkel und süffig.

Der Schockerbock 2017 ist zu einem süffigen Starkbier herangereift. Davon konnte sich die Vorstandschaft der CSU bei der Bierprobe überzeugen.
Gebraut hat ihn der Schongauer Markus Langer in der Holzhauser Brauerei, einer Privatbrauerei zwischen Landsberg und Buchloe.
In diesem Jahr weist  er eine Stammwürze von 17 Prozent auf, der Alkoholgehalt liegt etwa bei 7,1  Prozent. Verwendet wurde die gleiche Malzschüttung wie im letzten Jahr,
der Hopfen kommt ausschließlich aus der Hallertau. Das Jubiläum 20 Jahre Schockerberg ( 24., 25. und 26.3.17) kann kommen.
Der offene Kartenvorverkauf findet am Samstag, 04.03.2017 von 14.00 – 15.00 Uhr im Fraktionsbüro, Münzgebäude (ehemalige Polizei).
Insbesondere gibt es an dem Tag die Karten für die Jubiläumsveranstaltung am Sonntag, 26.3.17 um 16.00 Uhr.
Danach werden die Restkarten bei Möbelerlebnis Bommersbach, Schwabbrucker Straße 8 verkauft

(Mo. – Do. 8 – 17.00 Uhr, Fr. 8 – 12.30 Uhr und Samstag 9.-12.00 Uhr).

Bierprobe der CSU

Bierprobe der CSU

Das Starkbier für den Jubiläumsschockerberg 2017 ist eingebraut. Die CSU Schongau trifft sich am Donnerstag, den 16.2.17 um 20.30 im Bauforum am Europakreisel (1. Stock) zur Verkostung.
Braumeister Markus Langer wird interessante Informationen zum Brauvorgang und dem Bockbier geben, dann soll das Bier in gemütlicher Runde getestet werden. Herzliche Einladung an alle Mitglieder und Freunde.
Schockerberg 2016

Schockerberg 2016

Mit Zauberei auf Schongaus Thron

Schongau – Beste Unterhaltung in viereinhalb Stunden gab es am Wochenende zweimal beim Schockerberg, dem Starkbieranstich der CSU. Gewinner gab es viele, aber zwei im Besonderen: Das überragende Singspiel und Robert Kassebaum, der als Allzweckwaffe in mehreren Rollen überzeugte.

Zwischendurch wischte sich Andrea Jochner-Weiß die Lachtränen aus den Augen. Immer wieder war die Landrätin Ziel der Späße bei den Aufführungen, doch beim Singspiel gab es endgültig kein Halten mehr. „Ich habe heute extra Freunde mitgebracht, weil keiner glauben kann, was die Schongauer alles auf die Beine stellen“, sagte sie begeistert.

Dabei begann der Abend für Jochner-Weiß mit einer Schrecksekunde. Sie wurde von den Moderatoren Rosemarie Wölfle und Dr. Oliver Kellermann zum Anstich des ersten Fasses auf die Bühne geholt. Fast panisch schaute sie sich um – und merkte erst spät, dass sie nur Anstoßen musste. Kellermann hatte zuvor nebenbei mit zwei Schlägen angezapft.

Dann ging es, nach musikalischer Unterhaltung durch die Stadtkapelle, auch schon los mit den Vorführungen, die gleich zu Beginn für Spannung sorgten: Wie würde sich Robert Kassebaum als Fastenprediger Oculus schlagen? Er gab eine Menge Tipps zum Geldsparen für das klamme Schongau. So könne man beim Zwack, „dem Uhren-Tod“, auf eine neue Laterne verzichten, wenn man dort die Weihnachtsbeleuchtung hängen lasse. Statt einen teuren Schrägaufzug zu bauen, sollte die Familie Konrad ihren Tobbogan auf dem Volksfestplatz aufstellen, und Bundesverkehrsminister Dobrindt sollte seine Maut einmal im Schongauer Gartenweg ausprobieren, so viele Autos sind dort unterwegs. Für Landrätin Jochner-Weiß und Bürgermeister-Gattin Cordula Sluyterman schlug Bruder Oculus den Wettbewerb WSBS vor („Weilheim-Schongau sucht den Bussel-Star“), und bei Falk Sluyterman und dessen Vize Tobias Kalbitzer hatte er zwar Annäherungen in der Frisur bemerkt, aber auch Unterschiede: „Der eine sitzt gewissenhaft am Schreibtisch, der andere am Stammtisch. Der eine regiert, aber mit dem Zweiten trinkt man besser.“ Viele gelungene Gags auf die Schongauer Verhältnisse machten Kassebaums Fastenpredigt zu einer absolut gelungenen Premiere – er darf in dieser Rolle wiederkommen.

Auf die Bühne kam er noch viel schneller. Nach den gewohnt überzeugenden Auftritten der reimenden Marianne Porsche-Rohrer, zum Beispiel zur Frage, ob es die neue Grundschule braucht („Der Huber Pauli meint, es müsste nicht sein, es regnet nur an ganz wenigen Stellen rein“), und Markus Wühr, der als Luis aus Südtirol die Bühne rockte, stand das Singspiel an – und Kassebaum hatte auch dort als Kalifalk eine Hauptrolle. Er hatte nach langer Suche das Königreich Schongau gefunden und sich mit Hilfe des Ex-Kalifen Frieder (Michael Reith) sowie dem Dschinn Cordula (Lena Eberle) auf den Thron geschwungen. Sehr zum Ärger von Ilogut (Luitpold Braun als Ilona Böse), die selbst gerne Kalif geworden wäre. „Keiner ist von diesen Affen so gut wie ich für den Thron geschaffen“, sang der ganzkörperrasierte Luitpold Braun mit rotem Schleier. „Ich bin die böse Puppe aus der roten Truppe“, ging es weiter – erneut absolut sensationell, dieser Auftritt Brauns.

Für Ilogut reichte es aber nur zum Großwesir. Deshalb wollte sie selbst einen Flaschengeist beschwören. Dschinn Karl-Heinz aber wollte nicht auftauchen („Wenn er mal ruht, dann dauerhaft, das hat er in Schongau schon gemacht“), deshalb musste ein anderer Dschinn her – und kam als Altkanzler Gerhard Schröder, ebenfalls hervorragend dargestellt von Kassebaum. Er versprach Ilogut das Blaue vom Himmel, sie träumte sogar vom Pascha, also dem Kanzleramt – doch letztlich dient Schröder nur dem Wladimir.

Schließlich mischte auch die CSU (Thomas Henneke, Robert Stöhr, Florian Stögbauer) mit, beschwörte selber einen Dschinn – die anfangs erwähnte Andrea. Sie sang zur Musik des EAV-Hits Fata Morgana „Ich bin die Landkreis-Mama“, versprach Schongau mehr Schwarze – allerdings nur in zwei Turnhallen. Schließlich verschwand sie mit dem bisschen Geld, das noch in der Stadtkasse war. Die Lösung sangen am Schluss alle gemeinsam: „Abgaben rauf, Steuern hoch, so stopfen wir das Haushaltsloch.“ Dieses Singspiel war ein Genuss, zum Tränenlachen – eigentlich müsste die CSU es noch öfter aufführen.

Der letzte Auftritt des Abends blieb wie immer der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle vorbehalten. Jürgen Fischer legte ein Feuerwerk an Witzen und Gags an den Tag, spießte lokale Begebenheiten wie den miesen Service am Volksfest-Bierzelt auf („Was haben die Schule und das Volksfest gemeinsam? Es ist gut, wenn man ein Pausenbrot dabei hat“) oder „Scheiß auf H&M, wir haben HSM“. Vermutlich würden nur die Hohenfurcher Witze wagen wie über Kapellenmitglied Albi, einen Syrer, „der uns am Europakreisel zugelaufen ist“ und als Friseur arbeitet („Rasyrer“). Der Auftritt war spitze, aber das i-Tüpfelchen fehlte dieses Mal – was bei dem absolut gelungenen Abend Klagen auf hohem Niveau ist.

von Boris Forstner