CSU-Ortsverband sagt Danke

Ehrungen im Ortsverband 2017

Für 15 Jahre Mitgliedschaft in der CSU wurde Fritz Lutzenberger geehrt. Seit 20 Jahren halten Gertraud Schuh, Luitpold Braun und Robert Stöhr der CSU die Treue. Ortsvorsitzender Dr. Olivier Kellermann dankte im Namen des Ortsverbandes für das Engagement.

CSU-Ortsverband sagt Danke an Luitpold Braun und Peter Bommersbach

Luitpold Braun und Peter Bommersbach erhielten im Anschluss noch Geschenke für ihren besonderen Einsatz beim Schockerberg. Sie zeichnen für die Kulissen des Singspiels, die Ausstattung, die Regie und die Tontechnik verantwortlich und stecken seit Jahren viel Zeit und Mühe besonders in die Singspiele.

Schockerbock 2017 – dunkel und süffig.

Der Schockerbock 2017 ist zu einem süffigen Starkbier herangereift. Davon konnte sich die Vorstandschaft der CSU bei der Bierprobe überzeugen.
Gebraut hat ihn der Schongauer Markus Langer in der Holzhauser Brauerei, einer Privatbrauerei zwischen Landsberg und Buchloe.
In diesem Jahr weist  er eine Stammwürze von 17 Prozent auf, der Alkoholgehalt liegt etwa bei 7,1  Prozent. Verwendet wurde die gleiche Malzschüttung wie im letzten Jahr,
der Hopfen kommt ausschließlich aus der Hallertau. Das Jubiläum 20 Jahre Schockerberg ( 24., 25. und 26.3.17) kann kommen.
Der offene Kartenvorverkauf findet am Samstag, 04.03.2017 von 14.00 – 15.00 Uhr im Fraktionsbüro, Münzgebäude (ehemalige Polizei).
Insbesondere gibt es an dem Tag die Karten für die Jubiläumsveranstaltung am Sonntag, 26.3.17 um 16.00 Uhr.
Danach werden die Restkarten bei Möbelerlebnis Bommersbach, Schwabbrucker Straße 8 verkauft

(Mo. – Do. 8 – 17.00 Uhr, Fr. 8 – 12.30 Uhr und Samstag 9.-12.00 Uhr).

Bierprobe der CSU

Das Starkbier für den Jubiläumsschockerberg 2017 ist eingebraut. Die CSU Schongau trifft sich am Donnerstag, den 16.2.17 um 20.30 im Bauforum am Europakreisel (1. Stock) zur Verkostung.
Braumeister Markus Langer wird interessante Informationen zum Brauvorgang und dem Bockbier geben, dann soll das Bier in gemütlicher Runde getestet werden. Herzliche Einladung an alle Mitglieder und Freunde.

Schockerberg 2016

Mit Zauberei auf Schongaus Thron

Schongau – Beste Unterhaltung in viereinhalb Stunden gab es am Wochenende zweimal beim Schockerberg, dem Starkbieranstich der CSU. Gewinner gab es viele, aber zwei im Besonderen: Das überragende Singspiel und Robert Kassebaum, der als Allzweckwaffe in mehreren Rollen überzeugte.

Zwischendurch wischte sich Andrea Jochner-Weiß die Lachtränen aus den Augen. Immer wieder war die Landrätin Ziel der Späße bei den Aufführungen, doch beim Singspiel gab es endgültig kein Halten mehr. „Ich habe heute extra Freunde mitgebracht, weil keiner glauben kann, was die Schongauer alles auf die Beine stellen“, sagte sie begeistert.

Dabei begann der Abend für Jochner-Weiß mit einer Schrecksekunde. Sie wurde von den Moderatoren Rosemarie Wölfle und Dr. Oliver Kellermann zum Anstich des ersten Fasses auf die Bühne geholt. Fast panisch schaute sie sich um – und merkte erst spät, dass sie nur Anstoßen musste. Kellermann hatte zuvor nebenbei mit zwei Schlägen angezapft.

Dann ging es, nach musikalischer Unterhaltung durch die Stadtkapelle, auch schon los mit den Vorführungen, die gleich zu Beginn für Spannung sorgten: Wie würde sich Robert Kassebaum als Fastenprediger Oculus schlagen? Er gab eine Menge Tipps zum Geldsparen für das klamme Schongau. So könne man beim Zwack, „dem Uhren-Tod“, auf eine neue Laterne verzichten, wenn man dort die Weihnachtsbeleuchtung hängen lasse. Statt einen teuren Schrägaufzug zu bauen, sollte die Familie Konrad ihren Tobbogan auf dem Volksfestplatz aufstellen, und Bundesverkehrsminister Dobrindt sollte seine Maut einmal im Schongauer Gartenweg ausprobieren, so viele Autos sind dort unterwegs. Für Landrätin Jochner-Weiß und Bürgermeister-Gattin Cordula Sluyterman schlug Bruder Oculus den Wettbewerb WSBS vor („Weilheim-Schongau sucht den Bussel-Star“), und bei Falk Sluyterman und dessen Vize Tobias Kalbitzer hatte er zwar Annäherungen in der Frisur bemerkt, aber auch Unterschiede: „Der eine sitzt gewissenhaft am Schreibtisch, der andere am Stammtisch. Der eine regiert, aber mit dem Zweiten trinkt man besser.“ Viele gelungene Gags auf die Schongauer Verhältnisse machten Kassebaums Fastenpredigt zu einer absolut gelungenen Premiere – er darf in dieser Rolle wiederkommen.

Auf die Bühne kam er noch viel schneller. Nach den gewohnt überzeugenden Auftritten der reimenden Marianne Porsche-Rohrer, zum Beispiel zur Frage, ob es die neue Grundschule braucht („Der Huber Pauli meint, es müsste nicht sein, es regnet nur an ganz wenigen Stellen rein“), und Markus Wühr, der als Luis aus Südtirol die Bühne rockte, stand das Singspiel an – und Kassebaum hatte auch dort als Kalifalk eine Hauptrolle. Er hatte nach langer Suche das Königreich Schongau gefunden und sich mit Hilfe des Ex-Kalifen Frieder (Michael Reith) sowie dem Dschinn Cordula (Lena Eberle) auf den Thron geschwungen. Sehr zum Ärger von Ilogut (Luitpold Braun als Ilona Böse), die selbst gerne Kalif geworden wäre. „Keiner ist von diesen Affen so gut wie ich für den Thron geschaffen“, sang der ganzkörperrasierte Luitpold Braun mit rotem Schleier. „Ich bin die böse Puppe aus der roten Truppe“, ging es weiter – erneut absolut sensationell, dieser Auftritt Brauns.

Für Ilogut reichte es aber nur zum Großwesir. Deshalb wollte sie selbst einen Flaschengeist beschwören. Dschinn Karl-Heinz aber wollte nicht auftauchen („Wenn er mal ruht, dann dauerhaft, das hat er in Schongau schon gemacht“), deshalb musste ein anderer Dschinn her – und kam als Altkanzler Gerhard Schröder, ebenfalls hervorragend dargestellt von Kassebaum. Er versprach Ilogut das Blaue vom Himmel, sie träumte sogar vom Pascha, also dem Kanzleramt – doch letztlich dient Schröder nur dem Wladimir.

Schließlich mischte auch die CSU (Thomas Henneke, Robert Stöhr, Florian Stögbauer) mit, beschwörte selber einen Dschinn – die anfangs erwähnte Andrea. Sie sang zur Musik des EAV-Hits Fata Morgana „Ich bin die Landkreis-Mama“, versprach Schongau mehr Schwarze – allerdings nur in zwei Turnhallen. Schließlich verschwand sie mit dem bisschen Geld, das noch in der Stadtkasse war. Die Lösung sangen am Schluss alle gemeinsam: „Abgaben rauf, Steuern hoch, so stopfen wir das Haushaltsloch.“ Dieses Singspiel war ein Genuss, zum Tränenlachen – eigentlich müsste die CSU es noch öfter aufführen.

Der letzte Auftritt des Abends blieb wie immer der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle vorbehalten. Jürgen Fischer legte ein Feuerwerk an Witzen und Gags an den Tag, spießte lokale Begebenheiten wie den miesen Service am Volksfest-Bierzelt auf („Was haben die Schule und das Volksfest gemeinsam? Es ist gut, wenn man ein Pausenbrot dabei hat“) oder „Scheiß auf H&M, wir haben HSM“. Vermutlich würden nur die Hohenfurcher Witze wagen wie über Kapellenmitglied Albi, einen Syrer, „der uns am Europakreisel zugelaufen ist“ und als Friseur arbeitet („Rasyrer“). Der Auftritt war spitze, aber das i-Tüpfelchen fehlte dieses Mal – was bei dem absolut gelungenen Abend Klagen auf hohem Niveau ist.

von Boris Forstner

Schockerberg 2016 ausverkauft

Schon nach einer halben Stunde, waren alle Karten für beide Veranstaltungstage ausverkauft. Wir freuen uns über das große Interesse an unserer Veranstaltung. Leider geben die Räumlichkeiten nicht mehr Kapazitäten her, um die Nachfrage abzudecken. Alle Interessenten, die leer ausgingen, bitten wir um Verständnis!

Schockerberg 2015

Mit Zaubertrank haben sich alle lieb

Schongau – Viereinhalb Stunden beste Unterhaltung – das war der Schockerberg der Schongauer CSU am Wochenende. Dabei jagte ein Höhepunkt den nächsten.

Das Fastenprediger-Duo hat vergangenes Jahr nicht so richtig gezündet. Alleine klappt es bei „Paulator“ Paul Huber besser. Er bringt Gereimtes witzig rüber, wie das Thema Kino, bei dem der gesamte Stadtrat von den Fortschritten Michael Asams überrascht worden war, obwohl man sich tags zuvor gesehen hatte („fünf Stunden saß er dort vor Ort, leider kam er nicht zu Wort“). Er mischte aber auch Nachdenkliches ein, wie Kritik an fehlenden Altenheim-Investitionen oder die Aufregung des Freihandeslabkommen TTIP mit den Chlorhühnchen: „Im Plantsch tauchen die Leute auch ins Chlorbad ein.“

Für eine richtige Überraschung sorgte danach aber Marianne Porsche-Rohrer. Die kam verkleidet als bittere Pille, brillierte wie immer mit ihren auswendig gelernten Reimen – und wurde anders als früher richtig bissig lokalpolitisch. Sie lobte die guten Manieren von Bürgermeister Falk Sluyterman, wenn da nur die Sprache nicht wäre. Aber „vielleicht ist mit ein paar Tabletten, der rote Preuße noch zu retten“. Ähnliches gelte für das Sächsisch von Krankenhaus-Chef Thomas Lippmann – mit einem Seitenhieb auf dessen Hyperaktivität: „Und ein paar Sächsisch-Vermeidungspillen könnten den starken Redefluss stillen.“

Auch Stadtrat-Kolleginnen bekommen ihr Fett weg: „Die rote Queen Ilona Böse, macht gern im Stadtrat viel Getöse. Sie tönt und plappert viel und lange, dem Bürgermeister wird’s ganz bange. Macht das Geplapper auch nicht viel Sinn, Hauptsache, man steht in der Zeitung drin. Auch Frau Buresch schafft es ganz geschwind, dass die Sitzungen schier unendlich sind.“ Starker Tobak.

Nicht politisch, aber dafür völlig vogelwild war anschließend der Auftritt von Markus Wühr alias Luis aus Südtirol, der mit seinen „zweiten dritten Zähnen bestellt bei E-Bay“ (original angepasst von Stadtratskollege und Zahnarzt Dr. Oliver Kellermann) so schüchtern bei den Frauen ist, dass er ganz verwirrt war, als Angelina Jolie ihm bei einem Urlaub auf seinem Bauernhof einen Zungenkuss verpassen wollte. Von der chinesischen Stimme beim Navigationsgerät, der er mit Falschfahren testet, über seinen Job als singender Verkehrspolizisten bis zu seinen Sterlisierungsversuchen war die rasende Darbietung an Absurdität kaum zu überbieten – aber extrem lustig.

Das galt auch fürs Singspiel, wobei anfangs nicht so ganz klar war, dass die Gallier als „Zentrum der Aufständischen“ die bayerische Staatsregierung darstellen sollen, die sich gegen die Ausplünderung durch den Bund (also die Römer) über den Länderfinanzausgleich wehren. Erster Brüller ist die Tanzeinlage der drei Römer (Michael Reith, Kellermann, Max Bertl), die danach böse verprügelt zu Kaiserin Angela (Anna Eberle) und ihrem Wächter (Florian Stögbauer) eilen. Angela will es mit Kriegskonsulin Ursula (Julia Eberle) den „trinkfesten und arbeitsscheuen Bayern“ zeigen, doch die Ausrüstung ist morsch und die Pferde als Lasagne verspeist – egal. Doch die Gallier/Bayern haben ein Problem: Druide Stoiberix (Luitpold Braun) hat das Zaubertrank-Rezept vergessen, und alle Versuche von Asterix (Thomas Hennecke), Obelix (Michael Eberle), Troubadix (Andreas Mock) , Verleihnix (Thomas Schleich) und Majestix (Robert Stöhr als Seehofer) fruchten nicht: „Was das für ein Kack ist, das Rezept ist ja von Varoufakis“, schimpft Stoiberix.

Als die Römer schließlich angreifen, fährt plötzlich Ludewix (Robert Kassebaum als Ludwig II.) auf einem Schwanenwagen in den Saal – und alles wird gut: Bayern ist frei, dafür bekommt Angela einen Schluck Zaubertrank, „so kannst Du 20 Jahre noch regieren“ – eine wirklich gelungene Aufführung, die Gäste fangen bereits zum Schunkeln an.

Doch dafür ist kurz darauf keine Zeit mehr, wenn Jürgen Fischer und seine Schönachdorfer Feuerwehrkapelle eine unfassbare Sprüchebatterie abfeuern. „Schongau gehört mit Peiting zum Teil der Welt, wo der Hund mit dem Hintern bellt“, spottete er. Für den Landtagsabgeordneten Harald Kühn etwa, „der sich verlaufen hat“, müsse ein eineinhalbfacher Tusch reichen – die nächste Wahl sei einfach zu weit weg. Hintersinnig wird es, wenn Fischer die Beleuchtung am Rednerpult einschaltet und wirbt: „Kommt nach Hohenfurch, wir haben Licht und Kraft.“ Den wegen der „Rollator-Rennen“ abgesperrten Sonnengraben spießte Fischer zur Musik von „Tage wie dieser“ ebenso auf wie den Schmuse-Stadtrat, „bei dem am Schluss eh der Knecht entscheidet“.

Plötzlich kommt ein Kapellenmitglied als Skifahrer mit uralten Holzbrettern und ebenso uraltem blauem Skigewand auf die Bühne, der Fritz Dopfer darstellen soll. Fischer nennt ihn konsequent Felix (Neureuther) und jubelt: „Schongau ist Vize-Weltmeister, die Talenteschmiede im Oberland, das Tor zur Welt“ – so einen Empfang müsse Bürgermeister Sluyterman erst einmal toppen.

Das Publikum darf mitreimen, auch die schmutzigen Witze kommen blendend an, und Zugabe und Höhepunkt des Abend ist der Spielplatz-Check der Schongauer CSU, den Fischer im Stil einer Radio-Konferenzschaltung moderiert. Da bleibt Eberle unter anderem in der Rutsche stecken und muss freigeschnitten werden, Peter Blüml versucht, dem Schaukelpferd, Bärwurz einzuflößen – der Saal tobte. Für diesen Abschluss eines gelungenen Abends ein Wort: grandios.

Boris Forstner

Schockerberg 2014

Der Schockerberg wie ein guter, alter Wein

Fotos: www.BSE-Pictures.de

Schongau – Es ging viel um Bier und Ex-Trinken am Wochenende auf dem Schockerberg in Schongau. Das ist beim traditionellen Starkbierfest der CSU auch kein Wunder.

Es ging viel um Bier und Ex-Trinken am Wochenende auf dem Schockerberg in Schongau. Das ist beim traditionellen Starkbierfest der CSU auch kein Wunder. Dabei waren die beiden Abende vor jeweils 300 Gästen wie ein guter Wein: Je älter, desto besser. Denn absolute Höhepunkte waren das Singspiel und die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle zum Schluss.

Der Auftakt ging noch völlig daneben: Beim Anzapfen hatte Vize-Bürgermeister Paul Huber so seine Probleme und schlug nach mehreren vergeblichen Versuchen den Zapfhahn in hohen Bogen heraus. „Wir müssen die Veranstaltung leider absagen, schön, dass ihr da wart“, scherzte Michael Eberle, der mit Rosemarie Wölfle durch den Abend führte, aber fast nie reden durfte – die Schongauer Stadtkapelle spielte immer dann zünftig auf, wenn er sich gerade das Mikro geschnappt hatte.

Startschwierigkeiten hatten Huber und sein Kollege Rainer Knäbel danach auch in der Rolle als Fastenprediger-Duo Paulator und Raineritas. Olympia, NSA-Abhörskandal und Alice Schwarzer als Auftaktthemen – bis auf ein eingeschobenes, auf Bürgermeisterkandidat Tobias Kalbitzer gemünztes „bei uns wird nicht auf Ex getrunken, so weit sind wir noch nicht gesunken“ hätten sich viele Besucher lokalere Themen gewünscht. Die kamen dann zwar noch, auch die anderen Bürgermeisterkandidaten wurden bedacht – doch Markus Wühr alias Don Marco konnten sie nicht ersetzen.

Der wollte dieses Jahr keinen so großen Auftritt und beschränkte sich als Luis aus Südtirol auf die Erklärung der Völkerwanderung, warum der Mensch aus Afrika abstammt und er verschiedene Sprachen spricht. Vor allem Wührs nachgeahmte Sprachversuche auf Arabisch, Chinesisch, Russisch oder Österreichisch sorgten für Lachsalven beim Publikum. Bereits zuvor hatte Marianne Porsche-Rohrer als Dr. Alkoholikus, Professor der Bierologie, einen guten Auftritt hingelegt: Wie immer auswendig und in Reimform, berichtete sie von ihren Erfahrungen mit dem Bier und dass dank des Gerstensafts als Kuh-Nahrung der Milchpreis derart in die Höhe geschnellt ist, dass die Bauern plötzlich einen Haufen Geld verdienen.

Doch beim folgenden Singspiel wurde klar: Das ist es, was den Schockerberg ausmacht. Fantasisvolle Kostüme, tolles Bühnenbild und CSU-Mitglieder als Schauspieler, die sich auch selbst auf die Schippe nehmen – die Darbietung kam hervorragend an, weil die Bürgermeisterkandidaten humorvoll durch den Kakao gezogen wurden.

König Karl-Heinz der Lange, meist müde und schlafend dargestellt von Thomas Schleich, tritt ab, die Kandidaten bringen sich – dem Publikum verkündet von Robert Stöhr als Herold – in Stellung. Da ist der Waldschnab (Michael Reith), der irgendwo im Wald als Coach für Baum, Fels und Schwammerl verzweifelt, ehe ihn eine heilige Erscheinung (sein Bruder Pfarrer Wolfgang, gespielt von Andreas Mock) wieder in die Zivilisation schickt und er Kandidat der verzweifelt suchenden UWV wird. Es folgte der Steuermann von Langeweile (Max Bertl), der mit seiner Dutchman und der dominanten Ehefrau (Birgit Österlein) über die Weltmeere segelt und schließlich für die SPD Kurs Schongau nimmt.

Zwist herrscht dagegen bei der CSU des Schwarzen Grafen (Michael Eberle), weil seine beiden Töchter (Anna und Julia Eberle) beide auf den Thron wollen. Die beiden verhauen sich auf der Bühne so lebensecht, dass der Zuschauer fast Angst bekommt. Weil beide schwer verletzt sind, wird kurzerhand Robert Stöhr adoptiert, gespielt vom wie immer sensationellen Luitpold Braun: „Ich bin so schön, ich bin so schlau, ich bin der Robert aus Schongau“, schmetterte er durch das lachende Publikum.

Kurz vor dem Wettstreit taucht noch Tobias Kalbitzer (Florian Stögbauer) auf: „Ich bin ohne Hose, ich bin gut.“ Antwort: „Die rasierten Beine stehen ihm gut.“ Beim Wettstreit unter anderem mit den Disziplinen Probleme-Aussitzen und reden, ohne etwas zu sagen, gab es keinen Sieger – den kürten die Besucher gestern in der Wahlkabine.

Getoppt wurde das Singspiel noch von der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle um Jürgen Fischer, die vergangenes Jahr ihre bejubelte Premiere in Schongau hatten: „Gib Schongau wieder in schwarze Hand, schick Gerbl und Verwaltung in Ruhestand“, fingen sie an und legten einen Parforceritt von Gemeinheiten hin, der seinesgleichen sucht. Die Hohenfurcher derbleckten von der Schongauer Stadtkapelle über die Schongauer Nachrichten bis zum Publikum und einzelnen Schongauern nahezu alle und nahmen auch sich nicht aus. Auch die Landratskandidaten mussten dran glauben – als Höhepunkt verkleidete sich Fischer als Andrea Jochner-Weiß und fiel allen busselnd und grüßend um den Hals.

Es war der passende Abschluss für einen tollen Abend, der immer besser wurde – und hoffentlich keinen Kater für die CSU produzierte.

Boris Forstner

Schockerberg 2013

Schockerberg der CSU: A bisserl ärgern schadet nix

Schongau – Voller Saal, grandioses Programm, tolle Stimmung, süffiges Bier und zünftige Blasmusik: Der Schockerberg der Schongauer CSU im Jakob-Pfeiffer-Haus war eine gelungene Veranstaltung.

„Ozapft“ hat – passend zum internationalen Weltfrauentag – die stellvertretende Landrätin Andrea Jochner-Weiß, und das mit so viel Schmackes, dass Bürgermeister Paul Huber sie bremsen musste, sonst hätte sie den Zapfhahn im Fass versenkt. Fastenprediger Markus Wühr als „Don Marco“ hingegen war nicht zu bremsen: Ausgestattet mit Gehörschutz aufgrund seines Orgel-Tinnitus („In der Kirchenbank spürt man den Überdruck in den Ohren, und das mit einer Lautstärke, am liebsten würde Andreas Wiesmann gerne im Altarraum unsere Osterkerze ausblasen!“), spielte Wühr seine Stärken vor allem dann aus, wenn er die regionalen Themen und Aufreger aufs Korn nahm. Sei es der aus Verzweiflung laut schreiende Esel hinterm Feuerwehrhaus („Er ist allein unter den vielen stinkenden Ziegen“), den er seit dem Volkstrauertag als neues Mitglied im Kirchenchor sieht, oder wenn er den „Friseur-Baumschnitt“ zwischen Lechbrücke und Kläranlage als „Biber-Hilfe“ darstellt.

Natürlich bekamen auch die Stadt-Verantwortlichen ihr Fett weg. Den unansehnlichen Fahrradweg nach Altenstadt, den Europakreisel und den zu steilen Weg am Schwanenweiher prangerte „Don Marco“ an. Im Hinblick auf die Zuschüsse für das Schongauer Schwimmbad resümierte er: „Am Geld kann es nicht liegen. Vielmehr liegt es an der Kompetenz.“ Der Höhepunkt der Fastenpredigt war die gesungene „Lesung aus dem Buch des Markt Peiting, aus dem Jahre der großen Wanderschaft“. Dieses „Volk der Gepeinigten“ musste sich eine neue Bleibe suchen, nachdem es vor den Toren der Stadt Schongau abgewiesen wurde, und das geschah so: „Männer und Frauen des Volkes der Gepeinigten, ich habe auf der Südseite des Schloßberges ein Zeichen des Himmels gesehen: eine Liebes-Liege. Männer, bekennt dort Eure Frauen und Frauen, lasst Euch dort von Euren Männern bekennen. Und die Männer bekannten ihre Frauen und wurden sesshaft. Seit dieser Zeit nennt sich das Volk der Gepeinigten Peitinger.“

In bester Reimform, und wie immer völlig frei vorgetragen, brachte Marianne Porsche-Rohrer ihren „Pillefix“ auf die Bühne. Für jeden mischte sie passende Tinkturen, wie für Annette Schavan: „Ach Annette, ach Annette, jeder dacht’, nur Theo hätte, fremdes Wissen sich geklaut, lange hat man Euch vertraut. (…) Mit Mogelei ist endlich Schluss, jetzt kriegst du erst mal Rizinus. Ein halber Liter oder so, das zwingt Dich tagelang aufs Klo. Kannst Dich nicht aus dem Haus bewegen und hast viel Zeit zum Überlegen.“ Doch selbstverständlich bekamen auch die Stadträte ihr Fett weg. „Pillen für die Schweigsamkeit“ verordnete „Pillefix“ Robert Bohrer und Ilona Böse, Peter Blüml bekam „Bärwurztabletten“ und Helmut Schmidbauer „Hopfenpillen“. Auch zur Bürgermeisterfrage hatte Porsche-Rohrer einen medizinischen Rat: „Wählt den, der schwarzes Bier Euch braut. Das rate ich Euch gern und laut. Max Sedlmeier, ja so heißt er, der wär als Brau- und Bürgermeister grad das, was wir im Stadtrat brauchen, denn wenn im Rat die Köpfe rauchen, dann macht man ein Bierfass auf, und schon hört man zu streiten auf.“

Fotos: www.BSE-Pictures.de

Gestritten wurde auch beim Duo „Grad raus“ alias Alexandra Stiglmeier und Bernhard Huber aus Peiting. Hier ging es zwar weniger um Politik als vielmehr um Missverständnisse zwischen Männer und Frauen, das Problem mit dem „stillen Örtchen“ und der sich vor Toiletten bildenden „Brillenschlange“, die Idee des „Gebiss-Sharings“ und das lustige Zeit-Kontinuum zweier angeheiterter Stammtischbrüder.

Zusehends angeheitert war auch Markus Wühr als „Butler Markus“, der „Miss Eddi“ (Edi Igl) beim „Dinner for one“ bewirtete. Mit am Tisch der Miss saßen Peter Blüml, General Ralf Paul, Rainer Brüderle und Graf Marcus. Sehr nah am Original angelehnt schafften es die beiden gut, die Eigenheiten der imaginären Gäste zu karikieren.

Manchmal ist eine Kopie besser als das Original: Das bewies die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle. Mag die Idee von der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ entliehen sein, lieferten die acht Musiker unter ihrem Kommandanten Jürgen Fischer einen Auftritt ab, der jedem im Saal die Lachtränen in die Augen trieb. Wenig charmant, wie es sich für eine „Kapelle, die dicht an der Landkreisgrenze haust, und der es nicht mal vor den Schongauern graust“, gehört, zogen diese richtig vom Leder: „Fehlt’s dem Hohenfurcher an Verstand, begibt er sich auf Schongauer Land, und ärgert sich vor Publikum mit wenig Intellekt herum.“ Jeder wurde derbleckt, Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck für sein mangelndes Interesse am Hohenfurcher Wasserschutz, Landtagskandidat Harald Kühn für seine Milch-Vorliebe und Alexander Do-brindt für seine „Diätenerhöhung“. Vermeintlich nett wurde Michael Eberle vorgestellt: „Vor Stadtrat Eberle, der uns heute rief, verbeugen wir uns tief. Michael Eberle ist der Schönste, der Größte, der Klügste, keiner führt wie er Regie, dieser Fraktionsvorsitzende ist ein Genie, Eberle selber hat uns heut’ gebeten, diesen Standpunkt zu vertreten.“ Landrat Friedrich Zellers „Präsenz-Sparsamkeit“ wurde durch den Kakao gezogen („Er schickt überall hin seine Vize-Landrätin, da gibt’s koa Debatten, Frau Jochner-Weiß, sie stellt ihn im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten“), und schadenfreudig Karl-Heinz Gerbls Wechsel vom Hohenfurcher auf den Schongauer Bürgermeisterstuhl gesehen: „Den Gerbl Karl-Heinz ham mir de Schongauer borgt, nicht ganz uneigennützig, denn für sei Pension habt’s Ihr jetzt g’sorgt.“

Für die größten Brüller hingegen hat die Feuerwehrkapelle aus Hohenfurch gesorgt, auch wenn sie anfangs befürchteten: „Für die Schongauer taugt unser Haufen, und sollt es heut so schlecht laufen, dass wir unseres Beitrags wegen, den Abend hier nicht überleben, ist uns das schnurze-piepe unterm Strich, Hauptsache, die Schongauer ärgern sich.“ Haben sie nicht, denn sonst hätte es für den grandiosen Auftritt Jürgen Fischers und seiner Mannen (und Frauen) nicht den tosenden Applaus am Ende gegeben. Bleibt zu hoffen, dass das nicht der letzte Auftritt der Hohenfurcher in Schongau war, auch wenn sie drohten: „Ladt’s Ihr uns unerwarteterweise nächstes Jahr mea ei, sind wir so frei und haun Euch wieder in d’Pfanne nei.“

Christine Seelig

Schockerberg 2012

Schongauer Schockerberg erklimmt den Olymp

Schongau – Die Schulden-Griechen als Steilvorlage haben den Schockerberg von Schongauer CSU und Junger Union am Wochenende den Olymp erklimmen lassen. Es war eine grandiose Unterhaltung.

Fotos: www.BSE-Pictures.de

Dauernd blauer Himmel, dazu noch die Hitze – „wie kann man da von den Griechen verlangen, dass sie mehr arbeiten und ihre Schulden zurückzahlen?“, fragte sich Don Marco alias Markus Wühr gleich zum Beginn seiner Fastenpredigt. Die Schuldenkrise zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung, doch Don Marco kam bei seiner Predigt erst richtig auf Touren, als er weltbewegende Themen wie Fukushima und Energiewende verlassen hatte. So könnte er sich Photovoltaik und ein Windrad gut auf der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt vorstellen: „Wind und Solar, gibt ein gutes Kirchenjahr.“ Wobei, das mit den Windanlagen klappt nicht – die rund 20 Windräder, die Landrat Friedrich Zeller im Landkreis für möglich hält, „die will der Steingadener Bürgermeister Xaver Wörle alle für sich haben“

Für tosenden Applaus sorgte der Fastenprediger bei seiner gesungenen „Lesung aus dem Buch Schongau“ mit der Geschichte von SPD-Stadtrat Heini Forster, der abends auf dem Heimweg von der Gaststätte nach Hause den immer enger werdenden Weg beim Schwanenweiher wählt und plötzlich „Ilona, die Böse, der Engel der Roten“ vor ihm steht. Forster stürzte sich in die nicht vorhandenen Fluten des Schwanweihers, wird aber von seiner Stadtratskollegin errettet, die ihm glaubhaft versichert, dass er von tausenden Blumen getragen wird.

Ebenso sensationell war die Beschreibung des anstehenden Bürgermeister-Wahlkampfs, wenn „Peppo“ Gerbl gegen das doppelte Lottchen der CSU, Christine Sander und Kornelia Funke, sowie die Grünen-Frontfrau Nina Konstantin und Brigitte Ressle von der UWV antreten muss. „Das wird ein richtiger Zickenkrieg. Aber ob die Stuten Chancen haben gegen den ergrauten Ackergaul aus Hohenfurch?“, fragte sich Don Marco.

Marianne Porsche-Rohrer als „Orakel vom Schloßberg“, Helmut Schmidbauer, der in der Rolle des Bazi der Schongauer Nachrichten austeilte, und Eduard Igl mit Markus Wühr bei einem Sketch sorgten für Lacher, ehe es schließlich zum Singspiel „Der Olymp wankt“ ging. Auf dem Götterberg wird selbst Zeus (Maxi Bertl), Dionissios (Oliver Kellermann), Demeter (Birgit Österlein) und Athene (Julia Eberle) trotz allem Feiern („Europa ist Schlaraffia, für uns, die Griechen-Mafia“) langsam mulmig. Dass Zeus und Dionissios gleichzeitig noch Franz-Josef Strauß und Gerhard Schröder verkörpern sollten, kam zwar kaum heraus und wurde auch gar nicht klar. Nur Luitpold Braun als Hermes/Edmund Stoiber legte einen bravourösen Auftritt hin, ebenso wie Merkula (Anna Eberle), die einzige Retterin in der Not.

Zusammen machten sich Stoiber und Merkula auf eine kleine Odyssee, mussten zuerst Silvio Berlusconi (Michael Reith) in den Hades schicken. Zur Melodie von „Ein bisschen Spaß muss sein“ sangen sie in Anspielung auf Frauenheld Berlusconi fröhlich „Ein bisschen Bunga-Bunga muss sein“, bis er Merkula schließlich bereitwillig folgte. Auch Atlas (Robert Stöhr), der die ganze Finanzlast auf seinen Schultern trug, wurde mittels eines CSU-Rettungs(Sonnen-)schirms von seiner Last befreit – zumindest vorübergehend: „Wir hauen ab, lang hält der net“, meinte Hermes. Schließlich wurden noch zwei Bänker, dargestellt von Thomas Henneke und Michael Eberle, von ihrem angehäuften Geld befreit („Das ist alles nur geklaut“), dann wird Merkula umjubelt in den Olymp aufgenommen – ebenso umjubelt war der ganze Abend. Das macht Freude auf das nächste Jahr.

bo