CSU gegen Erhöhung der Kindergartengebühren

Verwaltung und Bürgermeister schlugen dem Stadtrat eine Erhöhung der Kindergartengebühren im Durchschnitt um 8 Prozent vor. Dies wurde von unserer Fraktion klar abgelehnt. Über Jahre hat es die Stadt versäumt, ausreichend in die Kindertageseinrichtungen zu investieren. Als Folge muss mit Notgruppen gearbeitet werden, auch sind die Einrichtungen zum Teil ohne Bewegungsräume. In einzelnen Einrichtungen besteht erheblicher Sanierungsbedarf, auch sind die Anforderungen zum Schallschutz nicht eingehalten. Für zahlreiche Kinder kann nicht einmal ein Platz angeboten werden.

In dieser Situation ist kein Raum für eine Erhöhung der Gebühren. Erst muss die Stadt ihre Hausaufgaben machen, ausreichend Plätze schaffen und diese auf einen angemessenen Stand bringen,

so die Argumentation der CSU in der letzten Stadtratssitzung. Leider beschloss der Stadtrat gegen unsere Stimmen eine Gebührenerhöhung um 5%.

Schockerberg 2016 ausverkauft

Schon nach einer halben Stunde, waren alle Karten für beide Veranstaltungstage ausverkauft. Wir freuen uns über das große Interesse an unserer Veranstaltung. Leider geben die Räumlichkeiten nicht mehr Kapazitäten her, um die Nachfrage abzudecken. Alle Interessenten, die leer ausgingen, bitten wir um Verständnis!

CSU lehnt Haushalt 2016 ab

Der Haushalt der Stadt Schongau wird seit vielen Jahren von der CSU positiv begleitet. Wir stimmen diesem auch im Regelfall zu. In diesem Jahr war es aus unserer Sicht aus folgenden Gründen nicht zu vertreten:

Der Anstieg der Personalkosten von 2011 bis 2017 um 1,6 Mio. € auf 6,5 Mio. € jährlich reißt jedes Jahr ein tieferes Loch in unsere Kasse. Dazu kommt eine Personalkostensteigerung im Bereich Bauhof um knapp 60.000 €, die uns in der Sitzung nicht erläutert werden konnte (dies ist inzwischen erfolgt).

Auch die Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes um 40 Punkte halten wir für eine Gefahr für die Ansiedlung und den Erhalt der Betriebe und mithin auch der Arbeitsplätze.

Besonders schwer wog jedoch, dass keine zeitnahe Verbesserung im Bereich des Bahnhofskindergartens Regenbogen zu erwarten ist. Es ist zwar schön, dass das Haus für Kinder beim Schulgelände kommt, denn zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen fordert die CSU schon seit Jahren. Trotzdem wäre es gut gewesen, im Haushalt auch die Sanierung und Erweiterung des Bahnhofskindergartens aufzunehmen. Damit hätten die notwendigen Maßnahmen im Bereich des Schallschutzes, des Brandschutzes und der Gebäudeisolierung durchgeführt werden können. Eine Lösung mit einer Krippen- und zwei Kindergartengruppen wäre flexibel, pädagogisch sinnvoll und dezentral. Gerade für die großen Baugebiete in der Lechvorstadt hätten wir uns dies gewünscht. Dafür hätte das Haus für Kinder beim Schulgelände auch mit 2 + 1 gebaut werden können, was die Verkehrssituation dort weniger belastet hätte. Die Mehrkosten der von uns gewünschten und von der ALSPD verhinderten Lösung wären bei knapp 180.000 € gelegen. Dieser Spielraum für die Pflichtaufgabe im Haushalt bestand, zumal noch zahlreiche freiwillige Leistungen eingeplant sind. Zudem lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht wirklich einschätzen, welche Lösung letztendlich teurer kommt. Denn die momentanen Kostenschätzungen von jeweils um die 2,7 Mio. € sind ± 30 % Unsicherheit.

Unter Berücksichtigung all dieser Gesichtspunkte konnte die CSU dem Haushalt in diesem Jahr nicht zustimmen.

Schockerbock 2016 – ein Erlebnis!

Der Schockerbock 2016 ist fertig. Im Dezember 2015 braute ihn der Schongauer Braumeister Markus Langer ein. Nun ist er zu einem dunklen, süffigen Bock herangereift. Er weist eine Stammwürze von 16,5 % auf, der Alkoholgehalt liegt bei etwa 7 %. Gebraut hat ihn Langer in der Holzhauser Brauerei, einer Privatbrauerei zwischen Landsberg und Buchloe. Dort wird im Gegensatz zu den großen Brauereien noch mit einem Kühlschiff gearbeitet, d. h. die heiße Würze kann ausdampfen. Und die dunkle Farbe des Schockerbockes kommt allein vom gerösteten Malz.

Anzapfen des Schockerbockes 2016Bei der Bierprobe wurde das erste Fass angezapft und das dunkle Bier schäumte in den Krügen. „Ein hervorragender Bock“ lautete das einhellige Urteil der Biertester der CSU. Der Schockerberg (am 11. und 12. März 2016) kann kommen.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Samstag, 20.02.2016 (14:00 – 15:00 Uhr), im Fraktionsbüro (Münzgebäude, ehemalige Polizei). Danach werden die Restkarten bei Möbelerlebnis Bommersbach (Schwabbrucker Straße 8, Öffnungszeiten: Mo. bis Do. 8:00 – 17:00 Uhr, Fr. 8:00 – 12:30 Uhr und Samstag 9:00 – 12:00 Uhr) verkauft.

Im Ernstfall bestens versorgt

Interessante Einblicke in das Leistungsangebot und die Abläufe im Schongauer Krankenhaus gab es für die Mitglieder der CSU Schongau. Geschäftsführer Thomas Lippmann und Ärztlicher Direktor Dr. Fischer führten durch die mit 180 Betten größte Klinik im Verbund.

Der Rundgang startete im Neubau, dort erläuterte zunächst Chefarzt Dr. Platz die Zusammenarbeit im Bauchzentrum und die endoprothetischen Eingriffe. Anschließend ging es zur Schmerztherapie, wo in 3 Gruppen jeweils 12 Patienten tagesklinisch behandelt werden. Hier geht es darum, dass z. B. nach zahlreichen erfolglosen Arztkontakten ganz neue Wege eingeschlagen werden.

Weiter ging es „auf Station“. Geschäftsführer Lippmann erklärte das System der interdisziplinären Belegung. Besonders eindrucksvoll war aber, als ein am Vortag operierter Hüftpatient auf die Besuchergruppe zuging. Oberarzt Dr. Wenzlik schilderte an diesem Beispiel die neue, minimalinvasive Hüftoperation nach der Amis-Methode. Auch in anderen Bereichen werden die modernsten Operationstechniken in unserer Klinik angewandt, so der ärztliche Direktor Dr. Fischer.  Und außerdem ist in einer kleineren Klinik gewährleistet, dass die Chefärzte noch selbst operieren und behandeln und die verschiedenen Spezialisten schnell und gut zusammenarbeiten.

Besichtigt wurden im Anschluss noch die Geburtenabteilung mit den ansprechenden Familienzimmern, die Notaufnahme und die Intensivstation. Lippmann betont:

Wenn Kliniken Gewinne erwirtschaften, dann durch Abbau von Leistungen und Personal. Das Schongauer Krankenhaus geht einen anderen Weg.

Wir stellen mit Notaufnahmen, Geburtenstation und den anderen Abteilungen auch die Grundversorgung auf hohem Niveau sicher.

Danach konnten sich die Gruppe noch von der hohen Qualität der Küche überzeugen. Ortsvorsitzender Dr. Kellermann dankte für die aufschlussreiche Führung und sagte zu, dass sich die Fraktion für eine verbesserte Anbindung des Krankenhauses einsetzten wird. Neben einer Bahnhaltestelle Nord wäre besonders die Erreichbarkeit mit dem Stadtbus eine wichtige Maßnahme.

Unsere Homepage ist umgezogen

Unsere Homepage liegt ab heute auf einem neuen Server. Nun werden wir auch unsere Inhalte nach und nach in das neue System einspielen. Das ein oder andere wird sich auch sicher noch ändern. Wir hoffen, dass wir Ihnen in Kürze wieder alle interessanten Informationen bereitstellen können.

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Stadtrat beschließt CSU Anträge

Antrag zum Verkehrskonzept Schulzentrum

Das Schulzentrum wird wesentlich umgestaltet. Auch entsteht durch das Haus für Kinder mit Kindergarten- und Krippengruppen zusätzlicher Verkehr. Zum Schutz gerade unserer Kinder, aber auch aller Fußgänger, Radfahrer und sonstiger Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich beantragt die CSU, das Thema „Verkehrskonzept Schulzentrum“ im Stadtrat zu behandeln. Dort soll beschlossen werden, dass die Stadt Schongau ein Verkehrskonzept für das Schulzentrum erarbeitet bzw. ein geeignetes Planungsbüro damit beauftragt. Die frühzeitige Entwicklung soll unnötige Ausgaben für Provisorien oder hohe Ertüchtigungskosten für später wegfallende Einrichtungen vermeiden. Auch soll so schon während der Bauphase eine größtmögliche Sicherheit gerade für die Kinder und Jugendlichen erreicht werden. Ziel ist es, dass alle das Schulzentrum auf geeigneten Rad- und Fußwegen erreichen können, dass bestehende Gefahrenstellen beseitigt werden und für alle Verkehrsteilnehmer geeignete Lösungen geschaffen werden.

Das Verkehrskonzept wurde im Stadtrat einhellig begrüßt und ein entsprechender Beschluss gefasst.

Sozialer Wohnungsbau in Schongau

Der Antrag der CSU lautet:

Mit zunehmender Besorgnis sehen wir die Verknappung des bezahlbaren Wohnraums in Schongau. Die Schaffung von Wohnraum im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus wurde über Jahre in Schongau vernachlässig. Neben jungen Familien und Alleinerziehenden besteht erheblicher Bedarf auch für Flüchtlinge mit Bleiberecht und Menschen, die sich über eine Betreuung in der Herzogsägmühle in Schongau ansiedeln.

Wir beantragen daher, dass sich Stadt Schongau im Jahr 2016 im sozialen Wohnungsbau engagiert und hierzu die notwendigen Schritte einleitet. Dies soll zeitnah im Rahmen einer Stadtratssitzung behandelt und beschlossen werden.

Aus dem Wohnungspakt Bayern stehen insgesamt 2,6 Milliarden Euro bis 2019 zur Verfügung. Diese Mittel setzen sich aus Bundes- und Landesmitteln sowie aus Mitteln der BayernLabo zusammen. Mit Unterstützung aus diesem Förderprogramm wird es der Stadt bei entsprechendem Engagement gelingen, in Schongau den Bestand an bezahlbaren Mietwohnungen aufzustocken.

Der Stadtrat hat in der Sitzung vom 1.2.2015 einen entsprechenden Beschluss gefasst und den Auftrag an die Verwaltung erteilt.

Begegnungshütte auf dem Schlossberg

Leider ist die bisherige Hütte auf dem Schlossberg abgebrannt. Auf der anderen Seite eröffnet dies die Chance, an gleicher Stelle eine (etwas vergrößerte) Hütte zu erstellen. Diese sollte den Bürgern, Vereinen, aber auch Schulklassen aus den Gemeinden Altenstadt, Peiting und Schongau zur Verfügung stehen und dort auch ein Symbol für den IKEK-Prozess sein.
Natürlich wäre es schön, wenn das Thema der früher dort befindlichen Burg aufgegriffen und erlebbar gemacht werden könnte.
Wir gehen davon aus, dass mit einer großzügigen Förderung im Rahmen des IKEK-Prozesses die beteiligten Gemeinden die Restfinanzierung gemeinsam stemmen können.

Adventsfeier und Jahresabschluss

Vergangenen Donnerstag fand die traditionelle Adventsfeier der CSU Schongau im Restaurant der Möbelcentrale statt. In seiner kurzen Ansprache blickte Ortsvorsitzender Dr. Kellermann auf das vergangene Jahr zurück. Er erinnerte an den gelungenen Schockerberg, das Jubiläum zum 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß und die zahlreichen anderen Veranstaltungen. Auch auf die vielen Projekte der Stadt von Grundschule bis zur Neugestaltung des Marienplatzes ging er ein. Danach dankte er allen Mitgliedern und Freunden für die Unterstützung im Jahr 2015.

Rosa und Rosi Haseitl übernahmen die musikalische Umrahmung. Toni Nägele, Marianne Porsche-Rohrer, Helmut Schmidbauer und Kornelia Funke lasen fröhliche und besinnliche Texte.

So konnte das politische Jahr bei netten Gesprächen und einem guten Tropfen ausklingen.

Schockerberg 2015

Mit Zaubertrank haben sich alle lieb

Schongau – Viereinhalb Stunden beste Unterhaltung – das war der Schockerberg der Schongauer CSU am Wochenende. Dabei jagte ein Höhepunkt den nächsten.

Das Fastenprediger-Duo hat vergangenes Jahr nicht so richtig gezündet. Alleine klappt es bei „Paulator“ Paul Huber besser. Er bringt Gereimtes witzig rüber, wie das Thema Kino, bei dem der gesamte Stadtrat von den Fortschritten Michael Asams überrascht worden war, obwohl man sich tags zuvor gesehen hatte („fünf Stunden saß er dort vor Ort, leider kam er nicht zu Wort“). Er mischte aber auch Nachdenkliches ein, wie Kritik an fehlenden Altenheim-Investitionen oder die Aufregung des Freihandeslabkommen TTIP mit den Chlorhühnchen: „Im Plantsch tauchen die Leute auch ins Chlorbad ein.“

Für eine richtige Überraschung sorgte danach aber Marianne Porsche-Rohrer. Die kam verkleidet als bittere Pille, brillierte wie immer mit ihren auswendig gelernten Reimen – und wurde anders als früher richtig bissig lokalpolitisch. Sie lobte die guten Manieren von Bürgermeister Falk Sluyterman, wenn da nur die Sprache nicht wäre. Aber „vielleicht ist mit ein paar Tabletten, der rote Preuße noch zu retten“. Ähnliches gelte für das Sächsisch von Krankenhaus-Chef Thomas Lippmann – mit einem Seitenhieb auf dessen Hyperaktivität: „Und ein paar Sächsisch-Vermeidungspillen könnten den starken Redefluss stillen.“

Auch Stadtrat-Kolleginnen bekommen ihr Fett weg: „Die rote Queen Ilona Böse, macht gern im Stadtrat viel Getöse. Sie tönt und plappert viel und lange, dem Bürgermeister wird’s ganz bange. Macht das Geplapper auch nicht viel Sinn, Hauptsache, man steht in der Zeitung drin. Auch Frau Buresch schafft es ganz geschwind, dass die Sitzungen schier unendlich sind.“ Starker Tobak.

Nicht politisch, aber dafür völlig vogelwild war anschließend der Auftritt von Markus Wühr alias Luis aus Südtirol, der mit seinen „zweiten dritten Zähnen bestellt bei E-Bay“ (original angepasst von Stadtratskollege und Zahnarzt Dr. Oliver Kellermann) so schüchtern bei den Frauen ist, dass er ganz verwirrt war, als Angelina Jolie ihm bei einem Urlaub auf seinem Bauernhof einen Zungenkuss verpassen wollte. Von der chinesischen Stimme beim Navigationsgerät, der er mit Falschfahren testet, über seinen Job als singender Verkehrspolizisten bis zu seinen Sterlisierungsversuchen war die rasende Darbietung an Absurdität kaum zu überbieten – aber extrem lustig.

Das galt auch fürs Singspiel, wobei anfangs nicht so ganz klar war, dass die Gallier als „Zentrum der Aufständischen“ die bayerische Staatsregierung darstellen sollen, die sich gegen die Ausplünderung durch den Bund (also die Römer) über den Länderfinanzausgleich wehren. Erster Brüller ist die Tanzeinlage der drei Römer (Michael Reith, Kellermann, Max Bertl), die danach böse verprügelt zu Kaiserin Angela (Anna Eberle) und ihrem Wächter (Florian Stögbauer) eilen. Angela will es mit Kriegskonsulin Ursula (Julia Eberle) den „trinkfesten und arbeitsscheuen Bayern“ zeigen, doch die Ausrüstung ist morsch und die Pferde als Lasagne verspeist – egal. Doch die Gallier/Bayern haben ein Problem: Druide Stoiberix (Luitpold Braun) hat das Zaubertrank-Rezept vergessen, und alle Versuche von Asterix (Thomas Hennecke), Obelix (Michael Eberle), Troubadix (Andreas Mock) , Verleihnix (Thomas Schleich) und Majestix (Robert Stöhr als Seehofer) fruchten nicht: „Was das für ein Kack ist, das Rezept ist ja von Varoufakis“, schimpft Stoiberix.

Als die Römer schließlich angreifen, fährt plötzlich Ludewix (Robert Kassebaum als Ludwig II.) auf einem Schwanenwagen in den Saal – und alles wird gut: Bayern ist frei, dafür bekommt Angela einen Schluck Zaubertrank, „so kannst Du 20 Jahre noch regieren“ – eine wirklich gelungene Aufführung, die Gäste fangen bereits zum Schunkeln an.

Doch dafür ist kurz darauf keine Zeit mehr, wenn Jürgen Fischer und seine Schönachdorfer Feuerwehrkapelle eine unfassbare Sprüchebatterie abfeuern. „Schongau gehört mit Peiting zum Teil der Welt, wo der Hund mit dem Hintern bellt“, spottete er. Für den Landtagsabgeordneten Harald Kühn etwa, „der sich verlaufen hat“, müsse ein eineinhalbfacher Tusch reichen – die nächste Wahl sei einfach zu weit weg. Hintersinnig wird es, wenn Fischer die Beleuchtung am Rednerpult einschaltet und wirbt: „Kommt nach Hohenfurch, wir haben Licht und Kraft.“ Den wegen der „Rollator-Rennen“ abgesperrten Sonnengraben spießte Fischer zur Musik von „Tage wie dieser“ ebenso auf wie den Schmuse-Stadtrat, „bei dem am Schluss eh der Knecht entscheidet“.

Plötzlich kommt ein Kapellenmitglied als Skifahrer mit uralten Holzbrettern und ebenso uraltem blauem Skigewand auf die Bühne, der Fritz Dopfer darstellen soll. Fischer nennt ihn konsequent Felix (Neureuther) und jubelt: „Schongau ist Vize-Weltmeister, die Talenteschmiede im Oberland, das Tor zur Welt“ – so einen Empfang müsse Bürgermeister Sluyterman erst einmal toppen.

Das Publikum darf mitreimen, auch die schmutzigen Witze kommen blendend an, und Zugabe und Höhepunkt des Abend ist der Spielplatz-Check der Schongauer CSU, den Fischer im Stil einer Radio-Konferenzschaltung moderiert. Da bleibt Eberle unter anderem in der Rutsche stecken und muss freigeschnitten werden, Peter Blüml versucht, dem Schaukelpferd, Bärwurz einzuflößen – der Saal tobte. Für diesen Abschluss eines gelungenen Abends ein Wort: grandios.

Boris Forstner

Schockerberg 2014

Der Schockerberg wie ein guter, alter Wein

Fotos: www.BSE-Pictures.de

Schongau – Es ging viel um Bier und Ex-Trinken am Wochenende auf dem Schockerberg in Schongau. Das ist beim traditionellen Starkbierfest der CSU auch kein Wunder.

Es ging viel um Bier und Ex-Trinken am Wochenende auf dem Schockerberg in Schongau. Das ist beim traditionellen Starkbierfest der CSU auch kein Wunder. Dabei waren die beiden Abende vor jeweils 300 Gästen wie ein guter Wein: Je älter, desto besser. Denn absolute Höhepunkte waren das Singspiel und die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle zum Schluss.

Der Auftakt ging noch völlig daneben: Beim Anzapfen hatte Vize-Bürgermeister Paul Huber so seine Probleme und schlug nach mehreren vergeblichen Versuchen den Zapfhahn in hohen Bogen heraus. „Wir müssen die Veranstaltung leider absagen, schön, dass ihr da wart“, scherzte Michael Eberle, der mit Rosemarie Wölfle durch den Abend führte, aber fast nie reden durfte – die Schongauer Stadtkapelle spielte immer dann zünftig auf, wenn er sich gerade das Mikro geschnappt hatte.

Startschwierigkeiten hatten Huber und sein Kollege Rainer Knäbel danach auch in der Rolle als Fastenprediger-Duo Paulator und Raineritas. Olympia, NSA-Abhörskandal und Alice Schwarzer als Auftaktthemen – bis auf ein eingeschobenes, auf Bürgermeisterkandidat Tobias Kalbitzer gemünztes „bei uns wird nicht auf Ex getrunken, so weit sind wir noch nicht gesunken“ hätten sich viele Besucher lokalere Themen gewünscht. Die kamen dann zwar noch, auch die anderen Bürgermeisterkandidaten wurden bedacht – doch Markus Wühr alias Don Marco konnten sie nicht ersetzen.

Der wollte dieses Jahr keinen so großen Auftritt und beschränkte sich als Luis aus Südtirol auf die Erklärung der Völkerwanderung, warum der Mensch aus Afrika abstammt und er verschiedene Sprachen spricht. Vor allem Wührs nachgeahmte Sprachversuche auf Arabisch, Chinesisch, Russisch oder Österreichisch sorgten für Lachsalven beim Publikum. Bereits zuvor hatte Marianne Porsche-Rohrer als Dr. Alkoholikus, Professor der Bierologie, einen guten Auftritt hingelegt: Wie immer auswendig und in Reimform, berichtete sie von ihren Erfahrungen mit dem Bier und dass dank des Gerstensafts als Kuh-Nahrung der Milchpreis derart in die Höhe geschnellt ist, dass die Bauern plötzlich einen Haufen Geld verdienen.

Doch beim folgenden Singspiel wurde klar: Das ist es, was den Schockerberg ausmacht. Fantasisvolle Kostüme, tolles Bühnenbild und CSU-Mitglieder als Schauspieler, die sich auch selbst auf die Schippe nehmen – die Darbietung kam hervorragend an, weil die Bürgermeisterkandidaten humorvoll durch den Kakao gezogen wurden.

König Karl-Heinz der Lange, meist müde und schlafend dargestellt von Thomas Schleich, tritt ab, die Kandidaten bringen sich – dem Publikum verkündet von Robert Stöhr als Herold – in Stellung. Da ist der Waldschnab (Michael Reith), der irgendwo im Wald als Coach für Baum, Fels und Schwammerl verzweifelt, ehe ihn eine heilige Erscheinung (sein Bruder Pfarrer Wolfgang, gespielt von Andreas Mock) wieder in die Zivilisation schickt und er Kandidat der verzweifelt suchenden UWV wird. Es folgte der Steuermann von Langeweile (Max Bertl), der mit seiner Dutchman und der dominanten Ehefrau (Birgit Österlein) über die Weltmeere segelt und schließlich für die SPD Kurs Schongau nimmt.

Zwist herrscht dagegen bei der CSU des Schwarzen Grafen (Michael Eberle), weil seine beiden Töchter (Anna und Julia Eberle) beide auf den Thron wollen. Die beiden verhauen sich auf der Bühne so lebensecht, dass der Zuschauer fast Angst bekommt. Weil beide schwer verletzt sind, wird kurzerhand Robert Stöhr adoptiert, gespielt vom wie immer sensationellen Luitpold Braun: „Ich bin so schön, ich bin so schlau, ich bin der Robert aus Schongau“, schmetterte er durch das lachende Publikum.

Kurz vor dem Wettstreit taucht noch Tobias Kalbitzer (Florian Stögbauer) auf: „Ich bin ohne Hose, ich bin gut.“ Antwort: „Die rasierten Beine stehen ihm gut.“ Beim Wettstreit unter anderem mit den Disziplinen Probleme-Aussitzen und reden, ohne etwas zu sagen, gab es keinen Sieger – den kürten die Besucher gestern in der Wahlkabine.

Getoppt wurde das Singspiel noch von der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle um Jürgen Fischer, die vergangenes Jahr ihre bejubelte Premiere in Schongau hatten: „Gib Schongau wieder in schwarze Hand, schick Gerbl und Verwaltung in Ruhestand“, fingen sie an und legten einen Parforceritt von Gemeinheiten hin, der seinesgleichen sucht. Die Hohenfurcher derbleckten von der Schongauer Stadtkapelle über die Schongauer Nachrichten bis zum Publikum und einzelnen Schongauern nahezu alle und nahmen auch sich nicht aus. Auch die Landratskandidaten mussten dran glauben – als Höhepunkt verkleidete sich Fischer als Andrea Jochner-Weiß und fiel allen busselnd und grüßend um den Hals.

Es war der passende Abschluss für einen tollen Abend, der immer besser wurde – und hoffentlich keinen Kater für die CSU produzierte.

Boris Forstner