Schongau, 23. Juli 2026 – Beim CSU-Stammtisch im Gasthof Baska zum Lindauer in Schongau stand am 23. Juli ein zunehmend wichtiger Bereich der inneren und äußeren Sicherheit im Mittelpunkt: die Entwicklung moderner Drohnen und die Möglichkeiten ihrer Abwehr.
Als Referent informierte Stefan Rhein von der bavAIRia e.V., über den aktuellen Stand der Entwicklungen im Bereich der Drohnentechnologie. Dabei wurde deutlich, dass Drohnen längst nicht mehr ausschließlich für zivile Anwendungen eingesetzt werden, sondern auch im sicherheitsrelevanten Umfeld neue Herausforderungen schaffen.
Einen Einblick in die Perspektive der Industrie gab Constantin Dahms von ARGUS Interception. Das Unternehmen entwickelt in Deutschland netzbasierte Counter-UAS-Systeme zur kontrollierten Abwehr sogenannter unkooperativer Drohnen. Im Mittelpunkt steht dabei der A1-Falke®, ein hochautomatisierter Interceptor, der Drohnen nicht-kinetisch mit einem Netz abfängt und anschließend eine sichere Bergung ermöglicht. Ein wesentlicher Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass die abgefangene Drohne möglichst erhalten bleibt und damit weiterhin für kriminaltechnische oder forensische Untersuchungen zur Verfügung steht.
Besonders interessant war dabei der Ansatz „Human in the Loop“: Trotz eines hohen Grades an Automatisierung bleibt die Entscheidung über den tatsächlichen Einsatz beim Menschen. Damit soll eine kontrollierte und verhältnismäßige Reaktion auf eine erkannte Drohnenbedrohung gewährleistet werden.
ARGUS Interception verfolgt nach eigenen Angaben einen ganzheitlichen Ansatz, der von der Detektion und Sensorik über Führungs- und Entscheidungssysteme bis hin zur kontrollierten Interception reicht. Mit dem Falke-NEST® wird zudem eine dauerhaft verfügbare 24/7-Lösung beschrieben, die den Interceptor geschützt bereithält und Lade- und Überwachungsprozesse automatisiert. Damit sollen insbesondere Kritische Infrastrukturen, Flughäfen, militärische Liegenschaften, Industrieanlagen und öffentliche Räume geschützt werden können.
Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich eine intensive und engagierte Diskussion. Im Mittelpunkt standen sowohl die weitere technische Entwicklung als auch die Frage, welche rechtlichen Rahmenbedingungen für eine wirksame Drohnenabwehr erforderlich sind. Dabei wurde deutlich, dass technische Möglichkeiten und gesetzliche Befugnisse zusammen gedacht werden müssen: Moderne Systeme können Bedrohungen erkennen und kontrolliert abwehren – entscheidend ist jedoch auch die Frage, wer unter welchen Voraussetzungen handeln darf.
Gerade angesichts der zunehmenden Bedeutung des unteren Luftraums wurde die Notwendigkeit deutlich, sich frühzeitig mit diesen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Der Austausch beim CSU-Stammtisch zeigte, wie wichtig der Dialog zwischen Politik, Behörden, Forschung und Industrie ist, um auf neue sicherheitspolitische Herausforderungen angemessen reagieren zu können.
Fazit des Abends: Die Entwicklung moderner Drohnentechnologie schreitet schnell voran. Damit wächst zugleich die Bedeutung einer leistungsfähigen, verhältnismäßigen und rechtssicheren Drohnenabwehr. Der CSU-Stammtisch bot hierzu eine informative Grundlage und einen offenen Austausch über die Herausforderungen und Chancen der kommenden Jahre.
ARGUS Interception wurde 2023 von ehemaligen Bundeswehroffizieren gegründet und entwickelt und produziert seine Systeme in Deutschland. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben unter anderem mit Behörden, Streitkräften, Sicherheitsorganisationen und Betreibern Kritischer Infrastrukturen zusammen.