Schockerberg 2009

Sündig süffige Predigt auf dem Schockerberg

Schongau – Seit Jahren ist der „Schockerberg“ in der Lechstadt eine feste Größe wenn es um feinsinnigen, politischen Humor und süffig gebrautes Starkbier geht.

Doch während in den vergangenen Jahren an zwei Abenden Mitglieder der CSU und der Jungen Union (JU) mit Unterstützung der Stadtkapelle Schongau politischen Witz zum Besten gaben und die Schongauer ins Jakob-Pfeiffer-Haus strömten, fiel der Schockerberg in diesem Jahr deutlich kleiner aus. Hintergrund ist der tragische Tod von Diana Ringelsbacher (JU) im vergangenen Herbst, die bei der Vorbereitung und Aufführung eine maßgebliche Rolle gespielt hatte.

In relativ kleinem Kreis sahen CSU-Mitglieder und Gäste noch einmal das Beste aus elf Jahren Schockerberg. Mehrere Filme zeugten von den unvergessen Auftritten von Luitpold Braun junior, der als Edmund-Stoiber-Double brillierte, wie beispielsweise in dem Stück „Der singende Edi“.

Für Stimmung sorgten ebenfalls die Auftritte von Helmut Schmidbauer als „Adler von Schongau“ und die Darbietungen der JU mit der Geschichte über den Poller oder den Problembären „jj2“. Zwar fiel das Singspiel aus, doch Bruder Barnabas – alias Luitpold Braun junior – ließ es sich nicht nehmen und hielt vor rund 60 Gästen, die ins Schongauer Brauhaus gekommen waren, eine Fastenpredigt. Mit gewohnt scharfer Zunge nahm Bruder Barnabas zu aktuellen politischen Ereignissen Stellung: „Was der Schwed hat nicht geschafft, der K&L, der hat die Kraft, der lässt mit seiner Bagger Pranken, die Mauer gar gefährlich wanken“, dichtete er und meinte anschließend, dass die Mauer jetzt wohl hält. Oder? „Doch wenn nicht, tats sichs eh erst jetzt rentiern, no dats den greisligen Bunker zamplanieren“, meinte Barnabas im Hinblick auf die unansehnlichen Discounter, die zu Füßen der Stadtmauer gebaut werden.

Sein Fett weg bekam auch Landrat Dr. Friedrich Zeller, der, so Barnabas, dem Wahlvolk signalisiert hatte, auf einen Dienstwagen verzichten zu können oder höchstens einen Smart zu brauchen. Doch weit gefehlt, befand der Fastenprediger: „Die Wahl vorbei – Genossen, die Siegesfeier. Da kriegt der Landrat dicke Eier. Ein letztes Foto mit Dienstfahrrad – vergessen ist der kleine Smart, billig verscherbelt wird der Benz, dafür kauft er an BMW, der Stenz. Der ist dunkel, sportlich, schee, kost halt leider´s Dreifache“, reimte Barnabas. Und sogar einen Blick über den großen Teich wagte dieser: „Du neuer Heiland, Gottessohn, bestiegst nun endlich deinen Thron, errette uns aus diesem ird´schen Drama, oh Herr, oh Heiland, oh Bama. Uns spend wenigstens mit Bockbier Trost – uns armen, armen Sündern, Prost!“.

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