Kategorie: Veranstaltung

CSU Flohmarkt

CSU Flohmarkt

Viel los am Marienplatz

war zumindest am Samstag, als die CSU wieder zum Altstadtflohmarkt einlud. Händler aus nah und fern boten Kunst, Krempel und Raritäten an. Und bei dem schönen Wetter kamen auch die Besucher zahlreich, um zu bummeln, zu stöbern und das eine oder andere Schnäppchen zu machen. Gute Schnäppchen gab es auch am Stand der CSU, die in diesem Jahr die Besucher mit Grillfleisch und Grillwürsten versorgte. Dazu kam noch ein eigener Stand mit Raritäten, gespendet von den Mitgliedern.
Der Erlös fließt aber nicht in die Parteikasse, sondern wird wie auch im letzten Jahr an eine gemeinnützige Einrichtung weitergeleitet. Vielen Dank an die Helfer und besonders an Rudi Mahl, der wieder für einen reibungslosen und professionellen Ablauf sorgte, so der Ortsvorsitzende Dr. Kellermann. Die Aktion “Schongau belebt” schloss sich mit ihrem Gehsteigflohmarkt an, so dass es auch außerhalb des Marienplatzes zahlreiche Schätze zu bewundern und kaufen gab.

Schockerberg 2018

Schockerberg 2018

Der fliegende Luitpold Braun im Transvestiten-Gewand war der unumstrittene Höhepunkt beim diesjährigen Schockerberg, dem Starkbieranstich der örtlichen CSU. In Topform zeigte sich auch die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle – Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bürgermeister Falk Sluyterman mussten viel einstecken.

Die Landrätin im Viererbob und Söder als Transvestit

Schongau – Wer die letzten Jahre beim Anzapfen am Schockerberg dabei war, kann sich nur wundern, warum anderswo immer so ein Bohei darum gemacht wird: Am Freitag brauchte der Ortsvorsitzende Dr. Oliver Kellermann nur ein Schlägelchen, am Samstag bewältigte Stadtpfarrer Norbert Marxer seine Anzapf-Premiere ebenfalls ohne Probleme – das Bier konnte fließen.

Hochzeiter Daniel Blum als beliebtes Spott-Objekt

Den Auftakt macht traditionell die Fastenpredigt von Robert Kassebaum alias Bruder Okulus, der sich zunächst an der Bundes- und Landespolitik abarbeitete („Die Angela tritt erst zurück, wenn das erste Flugzeug am Berliner Flughafen abhebt – also nie“; „wenn man denkt, es geht nicht blöder, kommt ein Satz von Markus Söder“), ehe er sich auf die Ortspolitik stürzte. So habe er sich mal bei der UWV auf der Homepage umgeschaut – die letzte Pressemitteilung datiere vom 8. März 2014. Doch man müsse es so sehen: „Je weniger von der UWV in den Schongauer Nachrichten steht, desto mehr Platz bleibt für Leserbriefe von Josef Walter.“ Auf der SPD-Homepage werbe der Ortsvorsitzende Daniel Blum mit den Worten „Sprechen Sie uns an“ um Kontakt zu den Wählern, was für Bruder Okulus aber einen ganz anderen Hintergrund hat: „Nachdem es bei der Hochzeit auf den ersten Blick nicht geklappt hat, soll das jetzt offenbar so funktionieren.“ Blum schaffte es übrigens, mit seinem Auftritt in der SAT 1-Show tatsächlich in allen Schockerberg-Beiträgen erwähnt zu werden – das dürfte vor ihm noch niemand geschafft haben.

Bruder Okulus streifte anschließend noch die Themen Bike-Park, Krankenhaus und Fußgängerzone („der Rene Repper macht immer Fotos vom leeren Platz, damit wenigstens einer draufsteht“). Beim Münzgebäude, das zum Seniorenamt werden soll, findet er es bedenklich, dass die Stadt direkt daneben einen Zugang zum Friedhof gebaut hat – „und den nicht einmal barrierefrei“. Und auch Fotograf Hans-Helmut Herold musste sich lautstarkes Gelächter anhören, weil er bei der Schockerbock-Bierprobe eingeschlafen war: „Das nächste Bier bekommst Du erst, wenn Du etwas größer geworden bist“, rief ihm Bruder Okulus zu.

Wird die Rathausuhr vor 2021 repaiert werden?

Abschluss und Höhepunkt der Fastenpredigt ist stets der humoristische Blick in die Zukunft. So werde 2021 die EU-weite Ausschreibung zur Reparatur der Rathausuhr um zwei Jahre verschoben, weil kein adäquates Ergebnis eingegangen sei. Am 1. Januar 2025 eröffne ein Museum im Bernbeurer Schnitzerstadel, das Landratsamt mache dort wegen des Besucheransturms zusammen mit Edeka einen Imbiss auf. Doch schon einen Monat später müsse das Museum wieder geschlossen werden, weil ein japanischer Tourist von einem Dachziegel am Kopf getroffen wird. „Und 2045 beginnen die CSU-Akteure im Altenheim die Proben für das Singspiel am Schockerberg, das Thema haben sie aber leider vergessen.“ Eine gute Rede ohne große Längen, ein gelungener Start in den fünfstündigen Abend, der von der Stadtkapelle musikalisch begleitet wurde.

Marianne Porsche-Rohrer hatte sich dieses Jahr in Bauarbeiterkluft geworfen und reimte mit überdimensionaler Putzkelle fleißig über Strabs, Lechfloß, Bike-Park, Stadtmauer und Babyboom im Krankenhaus, also alle wichtigen Themen. Und sie zeigte sich verwundert, weil Landrätin Andrea Jochner-Weiß stets beim Neujahrsempfang von Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple zu sehen sei: „Vielleicht möcht’ sie zu Landsberg Kontakte finden und mit Weilheim als Landkreis verbinden. Dann wäre Schongau wieder ganz allein und könnte eine eigene Kreisstadt sein. Der Luitpold, der könnt’ wieder Landrat werden, alles so wie früher, der Himmel auf Erden.“ Dass Porsche-Rohrer bei ihrem ellenlangen, frei vorgetragenen Vortrag das erste Mal überhaupt zwei Mal den Faden verlor, worüber sie sich nachher mächtig ärgerte, quittierte das Publikum mit aufmunterndem Applaus.

Danach enterte Markus Wühr als Luigi aus Alto Adige die Bühne und haute ein buntes Potpourri an Themen raus. Er schwadronierte über die Möglichkeit eines Donald Trump in Bayern: „Dann würde er am Main eine Mauer bauen, und bezahlen müssten sie die Preißn.“ Die immer schwereren Schulränzen der Kinder seien zum Glück kein Problem mehr, weil jeder gleichzeitig nach vorne gebeugt auf seinem Handy tippt, sich also alles ausgleicht. Und in einem Telefongespräch mit seiner Mutter flüstert er ihr in den Hörer: „Ich glaube, in Schongau haben sie auch einen Trump. Da gibt es eine Mauer um die ganze Stadt. Aber nicht wegen den Mexikanern, sondern wegen den Peitingern.“

Warum Peter Blüml 80 Eintrittskarten kauft

Derart warmgelacht, war das Publikum im vollbesetzten Jakob-Pfeiffer-Haus bereit für die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle um Kommandant Jürgen Fischer, der dieses Jahr besonders unverschämt daherkam. Schon bei der Begrüßung bekam Krankenhaus-Chef Thomas Lippmann sein Fett weg: „Er sagte sich als Erster an, weil er solche Feiern liebt, wo’s was Gescheites zum Essen gibt.“ Warum man für den Schockerberg nur so schwer Karten bekommt, konnte sich Fischer nur so erklären, dass unter anderem Peter Blüml alleine 80 Karten ordere. „Der Grund: Er saß zuletzt hinter der Landrätin und wollte freie Sicht haben.“ Autsch, das tat weh. Doch Jochner-Weiß hielt sich an Fischers Spruch „lustig ist nur der, der über sich selbst lacht“, und fand den Auftritt „den Hammer“.

Doch der war noch längst nicht vorbei. Es folgte ein lustiges Fragespiel mit dem Publikum. Wer ist Strabsianer? Wer wählt CSU? Wer ist von Jochner-Weiß schon fast einmal erdrückt worden? Stets gingen unter Gelächter mal mehr, mal weniger Hände hoch. Wer hat sich wegen Starkbier schon einmal übergeben? „Ah, Herr Kalbitzer ist da, wir können’s live erleben“, reimte Fischer. Selbst bei der Frage „wer hat im Plantsch schon einmal ins Becken geschifft?“ gab es einige Ehrliche – die gelöste Stimmung und das Starkbier machten’s möglich.

The ring of fire? Vom Falk die Eier!

Danach musste Bürgermeister Falk Sluyterman ganz stark sein. Fischer war das Plakat „Wir brauchen einen Bürgermeister mit Eiern“ nicht entgangen, das Demonstranten bei einer Anti-Strabs-Demo präsentiert hatten: Er dichtete den Johnny Cash-Klassiker „The Ring of Fire“ in „Vom Falk die Eier“ um, was damit endete, dass Ehefrau Cordula schnell schaltet und beim Fischerhof XXL-Eier besorgt – tatsächlich hatte Sluyterman damals mit solch einem Facebook-Post reagiert. Zum Schluss war aber noch einmal die Landrätin an der Reihe: Fischer hatte mitbekommen, dass Jochner-Weiß am Königssee tatsächlich im Viererbob mitgefahren ist und danach am ganzen Körper blaue Flecken hatte. Deshalb musste das komplette Publikum aufstehen und das Bobfahrer-Lied mitsingen, natürlich mit geändertem Text – da hieß es „die Augen werden groß, und feucht wird’s in der Hos“ oder „grad dass sie in den Bob reinpasst, aber sie sorgt für Ballast“ – sehr derb, aber wie gesagt, Jochner-Weiß nahm’s mit Humor. Sie war damals übrigens tatsächlich nicht mehr ohne Hilfe aus dem Bob gekommen. Damit war die Bahn frei für das Singspiel.

Muss man sich langsam Sorgen um Luitpold Braun machen? Vor zwei Jahren der sensationelle Auftritt als Ilona „Ilogut“ Böse, und jetzt hüpft der Singspiel-Regisseur schon wieder in Strapsen als Transvestit über die Bühne. Offenbar zeigt Braun gerne seine rasierten Beine. Doch wenn es nach dem Publikum geht, kann er das ruhig öfter machen – Braun war einfach wieder Sen-Sa-Tio-Nell. Wie übrigens viele andere CSU-Darsteller.

Erdogan mit Spielzeug-Panzer ist das erste Merkel-Opfer

Der Titel des diesjährigen Singspiels kommt etwas verwirrend daher. „Black Bluty“, hat das nicht etwas mit Pferden zu tun? Schnell wird klar: Es geht nicht um „beauty“, sondern um „blutig“. In der Auftaktszene tummelt sich eine illustre Diktatorenschar – besonders putzig sind Recep Tayyip Erdogan (Thomas Schleich), der einen Spielzeugpanzer hinter sich herzieht, und Kim Jong-un (Dr. Oliver Kellermann) mit Rakete unterm Arm. Dazu Donald Trump (Robert Stöhr) und Max Bertl (Wladimir Putin), die alle auf dicke Hose machen und über Merkel (Anna Eberle) lästern. Doch die kommt als Vampir zur Musik von Michael Jacksons „Thriller“ aus ihrem Sarg, und auch wenn Erdogan meint, „die will nur spielen“, wird er gleich von ihr gebissen – gefolgt von den anderen drei. „Ihr seid mein“, sagt Merkel, die vier hat sie jetzt unter Kontrolle.

Unterdessen machen sich in der bayerischen Staatskanzlei Horst „Professor Horstus“ Seehofer (Thomas Hennecke), Markus „Frank M.“ Söder (Luitpold Braun) und Ilse Aigner (Julia Keltsch) Gedanken, wie man Merkel loswerden kann. „Sie kann fliegen und nach der Hochzeit frisst sie ihren Mann“, sagt der verängstigte Söder, wird aber von Seehofer korrigiert: „Nicht nach der Hochzeit, nach der Koalition.“Mit einem Holzpfahl wollen Sie Merkel um die Ecke bringen, doch wer soll es machen? Schließlich legt Söder einen Strip hin („Ich bin der schönste Franke im schönen Bayerland“) und schickt die anderen beiden alleine los. Warum sich Söder in Dr. Frank N. Furter aus der Rocky Horror Picture Show verwandelt, wird zwar nicht klar, ist aber völlig egal – das Publikum tobt bei Brauns Auftritt.

CSU, Grüne, FDP und ein Riesen-Joint

Der dritte Akt startet mit Verhandlungen zur Jamaika-Koalition. Mit dabei neben Merkel: Toni Hofreiter (Michael Eberle) von den Grünen, Christian Lindner (Benjamin Keltsch) von der FDP und ein wirklich riesengroßer Joint. Alle sind gut drauf, freuen sich auf tolle Balkon-Bilder, singen zur Musik von Bob Marleys „No woman no cry“ die Version „Koa Sozi, koa Gschrei“, doch als es darum geht, sich sinnvolle Projekte auszudenken, beißt’s plötzlich aus. Als auch noch Seehofer und Aigner auftauchen und sich beschweren, dass ohne sie verhandelt wird, sowie Linder sich aus dem Staub macht, muss Merkel wieder zu Zwangs-Bissen greifen. Und was ist mit der SPD? Martin Schulz (Michael Reith) ist so verzweifelt, dass er sich sogar freiwillig von Merkel verwandeln lässt, gefolgt von Andrea Nahles (täuschend echt verkleidet: Florian Stögbauer).

Doch plötzlich rauscht Söder per Seilbahn durch den Saal, in der Hand den Holzpfahl. Aber er ist allein – aus dem Publikum wollen trotz Bitten und Flehen weder Peter Ostenrieder, noch Andrea Jochner-Weiß noch der Autor dieser Zeilen helfen. Schließlich fällt Merkels Vampir-Herde über ihn her: „Jetzt sind alle von meinem Blut“, triumphiert Merkel, und beim Schlusslied heißt es: „So macht regieren Spaß.“ Das Zuschauen auch.

 

von Boris Forstner

Weihnachtsfeier der CSU

Weihnachtsfeier der CSU

Besinnlich und feierlich ließ die CSU das Jahr 2017 im Restaurant der Möbelcentrale ausklingen. Nach Begrüßung blickte der Ortsvorsitzende Dr. Kellermann auf das vergangene Jahr zurück. Politisch war sicher der Höhepunkt, dass die Einführung der StrABS in Schongau weiterhin vermieden werden konnte. Gegen diese Belastung hat die CSU im Stadtrat seit 19 Jahren gestimmt. Inzwischen zeichnet sich ja auch eine Gesetzesänderung im Bayerischen Landtag ab. Gesellschaftlicher Höhepunkt 2017 war sicher der Schockerberg, der zum 20-jährigen Jubiläum erstmals an 3 Tagen stattfand, alle Tage waren ausverkauft.
Dann ging es zum gemütlichen Teil über. Gefeiert wurde bei gutem Essen und musikalischer Umrahmung durch Sabine Braun, Rosi Haseitl und Andrea Amann. Abgerundet wurde der Abend durch Advents- und Weihnachtsgeschichten, vorgetragen von Marianne Porsche-Rohrer, Kornelia Funke und Barbara Eichelberg.

ÖPNV im Mittelpunkt der CSU-Monatsversammlung

ÖPNV im Mittelpunkt der CSU-Monatsversammlung

Der ÖPNV (Öffentliche Personennahverkehr) stand im Mittelpunkt der CSU-Monatsversammlung. Ralf Kreutzer, der Niederlassungsleiter der RVO informierte über sein Unternehmen und insbesondere über die Neuerungen im Mittelzentrum Schongau-Peiting-Altenstadt. Der Tarif wird einfach, gilt für Stadtbus und RVO und die Haltestellen verbessert. Für 4 € kann man den ganzen Tag im Mittelzentrum mit allen Bussen fahren.
ÖPNV CSU-Monatsversammlung
Die Beschilderung an den Haltestellen wird lesbar und übersichtlich, versprach Kreutzer. Für eine Fernbusanbindung sieht er als Hauptproblem, dass die Haltestellen laut Vorschrift mindestens 50 km auseinander liegen müssen. Da scheidet Schongau als Haltepunkt aus, wenn z.B. schon Haltestellen in Kaufbeuren, Landsberg oder Weilheim liegen. Ein Pendelbus Schongau-Augsburg wäre zwar denkbar, wird aber wohl an den Kosten scheitern. Diese würden im Monat über 20.000 € liegen und müssten von den Landkreisen übernommen werden. Selbst wenn sich der hiesige Landkreis engagiert, dürfte in Landsberg das Interesse begrenzt sein. Nach Landsberg/Augsburg wäre sicher die Reaktivierung der Fuchstalbahn die sinnvollste Lösung. Die Einbindung des Raums Schongau in die Metropolregion München wird kommen, so Kreutzer.

Wann dies erfolgt, lässt sich noch nicht abschätzen. Dann wird man mit einer Karte nach München fahren und sowohl in München als auch im Raum Schongau alle Verkehrsmittel nutzen können.

Sommerfest

Sommerfest

Eine knusprige Kastensau war der Höhepunkt beim Sommerfest der CSU Schongau. Diese ist dem Grillmeister Reinhard Weber-Schnell wieder super gelungen. Ortsvorsitzender Dr. Kellermann konnte gut 50 Gäste im schönen Garten der Familie Braun unterhalb der Stadtmauer begrüßen, darunter auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Landtagsabgeordneter Harald Kühn. Bis weit nach Mitternacht wurde am Lagerfeuer politisiert, gesungen und gefeiert.

CSU-Ortsverband sagt Danke

CSU-Ortsverband sagt Danke

Ehrungen im Ortsverband 2017

Für 15 Jahre Mitgliedschaft in der CSU wurde Fritz Lutzenberger geehrt. Seit 20 Jahren halten Gertraud Schuh, Luitpold Braun und Robert Stöhr der CSU die Treue. Ortsvorsitzender Dr. Olivier Kellermann dankte im Namen des Ortsverbandes für das Engagement.

CSU-Ortsverband sagt Danke an Luitpold Braun und Peter Bommersbach

Luitpold Braun und Peter Bommersbach erhielten im Anschluss noch Geschenke für ihren besonderen Einsatz beim Schockerberg. Sie zeichnen für die Kulissen des Singspiels, die Ausstattung, die Regie und die Tontechnik verantwortlich und stecken seit Jahren viel Zeit und Mühe besonders in die Singspiele.

Ramadama in Schongau

Ramadama in Schongau

200 Stunden für eine saubere Stadt

Knapp 50 Helfer verteilten sich bei strahlendem Sonnenschein im Schongauer Stadtgebiet, um rechtzeitig vor Ostern die Stadt wieder von Müll und Unrat zu befreien. Diesen Frühjahrsputz organisiert traditionell die CSU Schongau, aber über die Parteigrenzen hinweg wurde kräftig angepackt. Von Lampen über Staubsauger bis hin zu einem Aquarium, insgesamt über 300 kg, sammelten die Helfer im Alter von 4 bis 75 Jahren. Auch etwa 10 Flüchtlinge aus Afghanistan unterstützten die Aktion. Die größte Mannschaft stellte traditionell die Freiwillige Feuerwehr, die sich seit Jahren um das Bahnhofsumfeld kümmert. Ortsvorsitzender Dr. Kellermann dankte den Helfern, besonders dem Bürgermeister für die Mitarbeit und das städtischen Fahrzeug. Im Anschluss gab es für alle noch eine kleine Stärkung, die von der JU vorbereitet wurde.

Schockerberg 2017

Schockerberg 2017

Schockerberg versöhnt die ganze Welt

Gute Einzeldarbietungen zum Warmwerden, das Singspiel als Höhepunkt und zum Rausschmiss die dreisten Sprüche der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle: Das bewährte Muster des Schongauer Schockerbergs hat wieder bestens funktioniert. Eine Überraschung war der Moderator.

Dr. Oliver Kellermann hielt die Begrüßung kurz: „Einen schönen Abend und trinkt das Bier leer“, das waren die zentralen Begrüßungsworte des CSU-Ortsvorsitzenden. Auch das Anzapfen übernahm er souverän mit einem Schlag – und stürzte Nick Lisson in Verzweiflung: „Das war’s schon?“, klagte er. Lisson, bekannt von Antenne Bayern, gleichzeitig Kreischef der Jungen Union, hatte die Moderation an allen drei Aufführungstagen übernommen und freute sich „wahnsinnig“ auf seinen ersten Schockerberg.

Der begann mit der Fastenpredigt von Bruder Okulus alias Robert Kassebaum. Nach der überzeugenden Premiere im Vorjahr war es etwas zäher, er brauchte, um auf Touren zu kommen. Doch die Schongauer Themen saßen: Ob beim helleren Licht am Bahnhof („Ein Grablicht ist besser als keins“) oder mit Spitzen auf Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt oder ALS-Stadträtin Bettina Buresch. die gerne und lang reden. Manchmal war Okulus derb, aber immer im Rahmen. Das Beste kam zum Schluss: Mit dem Blick in die Zukunft löste er Lachsalven aus. Etwa wegen der Prophezeiungen, dass im September 2025 Ministerpräsident Friedrich Zeller ankündigt, Bundeskanzler zu werden oder im Mai 2026 der neue Schongau Bürgermeister Rene Repper beschließe, die Fußgängerzone auf die ganze Altstadt auszuweiten.

Markus Wühr mit vogelwildem Auftritt

Nach einer pause, überbrückt vonder Schongauer Stadtkapelle, gab Marianne Porsche-Rohrer anschließend den Maler Cobi Reiser, dessen Bilder vergangenes Jahr für viel Aufsehen gesorgt hatten. Wie immer gereimt und auswendig, verpackte sie Kritik geschickt und hintersinnig. „Ich malte auch noch für andere Schulen, doch nur in Schongau begann man um mich zu buhlen“, war eine Anspielung auf Rettungs-Initiatorien Irmgard Schreiber-Buhl. Fußgängerzone, Bike-Park, Sauna-Erweiterung, dazu Spitzen auf die Dialekte von Bürgermeister Sluyterman und Krankenhaus-Chef Lippmann – Porsche-Rohrer arbeitete viel ab.

Vogelwild war erneut der Auftritt von Markus Wühr alias Luigi aus Alto Adige mit seinem überdimensionalen Gebiss. Seine absurden Berichte über Krankenhaus-Aufenthalte, Vegetarier („beim Tofu-Metzger hängen hinten geräucherte Karotten statt Schinken“), die Liebe zu Jennifer Lopez oder seinen Berufwunsch Pilot sorgten für viel Gelächter.

Im Singspiel waren schon die ersten Szenen genial. Wie Luitpold Braun als Geheimagent „007 Horst Seehofer“ mit Julia Eberle als „Moneypenny Ilse Aigner“ flirtet, war James Bond pur. Danach das Kanzlerbüro mit Anna Eberle als „M Angela Merkel“ vor einem Plakat von sich selbst in Krisensitzung mit Michael Reith („008 Alexander Dobrindt“), Thomas Henneke („08/15 Markus Söder“) und Seehofer. Sie versuchen verzweifelt, die Wiederwahl im September gegen SPD-Konkurrent Martin Schulz zu sichern. Doch die Ideen („Ihn im See versenken“, „Selbstmord-Attentat“) lehnt Merkel ab.

Die Rettung ist Michael Eberle („Q“) mit seinem DCPEVP-Gefährt, quasi einer mit Starkbier angetriebenen Zeitmaschine. Die nutzt die Merkel-Truppe, um direkt in die Gemächer „erfolgreicher“ Herrscher zu reisen. Also überraschen sie Donald Trump (Robert Stöhr) im mit US-Fahnen dekorierten Himmelbett mit Ehefrau Melania (Johanna Stöhr). Doch dessen Tipps (Trump: „Baut eine Mauer, irgendwo.“ Merkel: „Das hatten wir schon.“ Trump: „Dann versuch’ was mit Rassismus, das geht immer.“ Seehofer. „Das geht auch nicht, die Asylbewerber hat sie selber eingeladen.“) überzeugen Merkel nicht wirklich. Nach dem Lied „Oh, Trump Donald, make us great again“ nach der Melodie von „Oh Susanna“ geht’s weiter in die Türkei, zu Recep Erdogan.

Putin und Erdogan können auch nicht helfen

Den gibt Kassebaum als genialen Proleten-Türken mit „voll krass“-Attitüde: „Was will die alte Frau hier? Ohne Kopftuch, ich glaub’ ich spinn’“, schimpft er über Merkel. Doch weil auch dessen Tipps, am besten alle ins Gefängnis zu werfen, nicht helfen, reist die deutsche Fraktion nach Russland zu Wladimir Putin, hervorragend gespielt von Max Bertl. Nachdem er einen Bär (Benni Keltsch) per Hand erlegt hat, füllt er die Deutschen erst einmal mit Wodka ab und bietet an, Soldaten und Panzer zu schicken. Dobrindt würde sich schon über Manipulationen der russischen IT-Experten freuen. Doch die Forderung, im Gegenzug müsse Russland das nächste Fußball-WM-Finale 3:0 gegen Deutschland gewinnen, folgt zur nächsten Abreise.

Nach der Rückkehr mit Kater im Kanzleramt, folgt schließlich das große Finale – und der Putsch: Zur Musik von „Kriminaltango“ wird zuerst die Kanzlerin um die Ecke gebracht, dann alle anderen – bis zum Schluss überraschenderweise nur Moneypenny übrig bleibt. Doch: „Was mache ich so ganz allein?“, sagte sie. Deshalb erwachen alle wieder, auch Trump, Putin und Erdogan sind da, und sie plädieren für Zusammenhalt: „In einer Welt, wo es zischt und kracht, sind wir nur gemeinsam eine Macht“, lautet das Schlusslied – die Schongauer CSU als große Welt-Versöhner. Auch wenn das Ende etwas kitschig ist, war das Singspiel wieder ganz großes Kino.

Als weiterer Auftritt kann man danach eigentlich nur verlieren. Doch der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle gelang es, das Publikum auch nach mehr als vier Stunden noch zu fesseln – schon allein mit ihrem Start: Sie marschierten mit orientalischer Musik und türkischen Fähnchen ein, Frontmann Jürgen Fischer plärrte von der Bühne türkisches Kauderwelsch – bis er feststellte: „Sind wir nicht bei der Veranstaltung des türkischen Verkehrsministers? Volle Themaverfehlung.“

Dieser brillanten Parodie auf den deutsch-türkischen Streit um Wahlkampfauftritt folgt ein Gag-Feuerwerk. Traditionell wurden die Schongauer beschimpft, zum Brüllen komisch war Fischers „Schonglisch“-Übersetzung. Da wurde aus Sluyterman der „Burger-King“, sein Friseur zum „Helmut Hungry“, Oliver Kellermann zum „Mr. Underground“ und Marianne Porsche-Rohrer zur „Carrera-Mary“. Er lederte wiederholt übers Schongauer Brauhaus und den dortigen Starkbieranstich ab. Fischer bot sich als neue Attraktion für den Historischen Markt an, „zum halben Preis“ – sprach’s, setzte sich einen Wikinger-Helm auf und machte Furunkulus nach. Als Zugabe gab’s einen Sportbericht vom Bike-Park, bei dem unter anderem Michael Eberle („Lebensmotto: Leibgericht statt Amtsgericht“) auf die Schippe genommen wurde. Danach war’s aus – und jeder freut schon aufs nächste Jahr.