Kategorie: Hoppla Schongau

Hoppla Schongau (4) von Michael Eberle

Hoppla Schongau (4) von Michael Eberle

Transparenz Fehlanzeige – im Stadtrat redet nur, wer dem Bürgermeister gerade passt!

Für Kunst, Kultur und Wissenschaft ist Helmut Schmidbauer ein unverzichtbarer Motor. Er engagiert sich ehrenamtlich an vielen Stellen, spart der Stadt im Bereich Museum viel Geld und ist als Kreisheimatpfleger das historische Gedächtnis der Stadt. In dieser Eigenschaft wollte er dem Stadtrat erklären, dass ein „Marie-Juchacz-Platz“ nicht in die historische Altstadt passt. Der Bürgermeister betont zwar sonst immer, wie sehr er die Meinung Schmidbauers schätzt. Aber dies gilt offenbar nur, wenn diese ihm passt. An diesem Tag nicht.
Schade, dass der Stadtrat – der sonst gerne für viel Geld Expertenmeinungen einkauft – den Experten in Sachen Geschichte nicht hören wollte. Schade, dass Bürgermeister und Stadtrat die Chance verpasst haben, einen Fehler zu korrigieren. Schade auch, dass auch die Öffentlichkeit nicht erfahren durfte, was der Kreisheimatpfleger zu sagen hatte.

Wieder einmal fehlt die Transparenz. Eine offene und faire Diskussion wird mit Geschäftsordnungstricks unterdrückt, wohl in der Hoffnung, dass der Fehler nicht bemerkt wird.

Hat nicht geklappt!

Lustig noch die Stellungnahme von Frau Schade im Kreisboten: „Wenn uns direkte Rückmeldungen erreichen, machen wir uns natürlich Gedanken, wie wir damit umgehen“. Die direkte Meldung des Kreisheimatpflegers war offenbar nicht genug? Oder macht sich die Verwaltung dann Gedanken, mit welchen Tricks auch beim nächsten Mal eine Diskussion verhindert werden kann?

Hoppla Schongau (2) von Michael Eberle

Hoppla Schongau (2) von Michael Eberle

Umgeben von einer wehrhaften Mauer thront die Altstadt seit vielen Jahrhunderten auf dem Berg. Wirklich ein historischer Ort. Doch viel wichtiger als die Geschichte ist den roten Genossen die Partei. So wird der Platz am Münztor künftig Marie-Juchacz-Platz heißen. Damit wird einer Sozialdemokratin gedacht, die vor 100 Jahren an der Durchsetzung des Frauenwahlrechts mitgewirkt hat. Sicher eine verdiente Frau, gerne hätte man ihr mit einer Namensgebung gedenken können, aber doch nicht in der historischen Altstadt. Im nächsten Baugebiet hätte es sicher geeignete Straßen gegeben, vielleicht hätte sich die Verwaltung dann auch beim Baugebiet mehr beeilt.
Was hätte es für passende, auch geschichtsträchtige Namen für diesen Eingangsbereich in die Altstadt gegeben. „An der Fronfeste“ hätte den historischen Bezug hergestellt. Kreisheimatpfleger Schmidbauer schlug „Zur falschen Wahrheit“ vor, eine treffende Erinnerung an die Folterungen in dem Gebäude. Natürlich hätte man auch mit dem Namen Agnes Weiß an eine Frau erinnern können, die in Schongau gequält und als Hexe getötet wurde.
Aber um Argumente ging es bei der Entscheidung im Stadtrat nicht mehr. Beim Kreisheimatpfleger hat der Bürgermeister vorsichtshalber gar nicht nachgefragt. Natürlich auch nicht beim historischen Verein oder gar den Bürgern.
Rote Parteipolitik hat zu einer derartig unsinnigen Entscheidung geführt. Aber der Name passt insgesamt zur leider mangelhaften touristischen Vermarktung.
Steht zu hoffen, dass der Fehler bald korrigiert wird. Das war ja zum Glück auch bei anderen, parteigesteuerten und dem Zeitgeist geschuldeten Fehlbenennungen möglich.

Hoppla Schongau (1) von Michael Eberle

Hoppla Schongau (1) von Michael Eberle

Ja, ja, der Wahlkampf wirft seine Schatten voraus. Im letzten Jahr hat der Bürgermeister schon eine große Videobotschaft präsentiert, in der er durchgehend zu hören und oft zu sehen war. Jetzt kommt eine Hochglanzbroschüre raus, auf der 20 Seiten mit der „Bürgermeister als 1. Repräsentant der Stadt und Vorsitzender des Stadtrates“ überschrieben sind. Natürlich mit vielen schönen Bildern von ihm. Manche davon auch mit anderen niedrigen Repräsentanten oder sonstigen Untertanen.
Ein schönes Wahlprospekt, aber leider auf Kosten der Stadt. Gezahlt mit Steuergeldern. Natürlich gab es immer schon Jahresberichte der Stadt. Doch bei früheren Berichten stand die Stadt im Mittelpunkt und nicht eine Person. Vielleicht erfahren wir mal, was diese Jubelschrift gekostet hat. Druckkosten, aber auch der viele Aufwand für die Vorbereitung und Gestaltung. Dazu noch die Kosten des Videos. Schön, dass der Kämmerer dafür die Gelder locker machen kann. Hoffentlich fehlen diese nicht bei anderen wichtigen Projekten. Aber den Untertanen ist für den obersten Repräsentanten nichts zu teuer.