Schockerberg 2011

Schockerberg in Schongau

Schongau – Hintersinnig statt hinterfotzig: Das war der „Schockerberg“ der CSU Schongau auch in diesem Jahr – und mehr als 650 amüsierten Gästen hat das bei Starkbier und Schweinebraten richtig gut gefallen.

Den Spiegel vorgehalten und den Finger in Wunden gelegt – aber nicht zu tief! Beim ersten „Schockerberg“ – das Schongauer Pendant zum Münchner Nockherberg – der CSU Schongau nach zwei Jahren Pause wurde die Lokalprominenz ordentlich aufs Korn genommen. Und zwar, ohne dabei die „Political Correctness“ aus den Augen zu verlieren.

Geschont haben sich die Christsozialen an den zwei „Schockerberg“-Abenden im Jakob-Pfeiffer-Haus dabei auch selbst nicht. Die Wahlen habe man „gegen den sozialistischen Peppone“ verloren, räumte Markus Wühr als neuer Fastenprediger des Schockerbergs, „Don Marco“ im Pfarrersgewand, ein.

Vieles hat Schongau seither erlebt: Bauhofmitarbeiter, die die Madonna im alten Friedhof gelb anmalen, eine doppelte Abstimmung im Stadtrat und einen Bürgermeister, der sich als „Stehauf-Manderl“ verdient gemacht hat, „damit er sich mit den Geschäftsleuten nicht in die Haare bekommt“, predigte Wühr humorvoll neben einem Mariae-Himmelfahrt-Kirchturm aus Pappmaché ins Volk.

Herzhaft lachen konnte man auch ohne zu viel Schockerbock über den „Lurer-Luggi“ vom „städtischen Überwachungsdienst“ alias Helmut Schmidbauer. Der hat für Schongaus Stadtchef die Kameraüberwachung fest im Griff. Und zwar nicht nur in Sachen Sonnengraben, wo auf Veranlassung der Stadt tatsächlich eine Kamera installiert werden soll. Gedanklich richtete Schmidbauer eine weitere Kamera vor dem Rathaus ein, „da ist ab mittags nichts mehr los“. Eine zweite Linse gab es fürs Schongauer Bad „Plantsch“. Und: „So fett wie’s ab und zu in der Sauna zugeht, hab ich immer an Schnaps dabei“, räumte der Lurer-Luggi freimütig ein.

Gefordert waren die Mitwirkenden beim Singspiel mit Western-Atmosphäre. Der Titel: „Unter Geiern“. Vor der Kulisse des Monument-Valley gab es CSU-Cowboys und SPD-Indianer in aufwändigen Kostümen zu sehen. Eine Augenweide: Luitpold Braun jun., ehemals Fastenprediger, der nun in der Rolle eines schwulen Indianers mit gefedertem Lederstrumpfband brilliert hat.

Mit einem angeschossenen Marschall Guttenberg, den sie wieder zu Kräften singen wollen, endet das Spiel. Doch der Abend ist noch lange nicht vorbei. Nach einem tosenden Applaus gibt es noch den ein oder anderen Schockerbock – und garantiert jede Menge Gesprächsthemen.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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